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Wissen & Umwelt

Neuartiger Plasmastrahler für die Medizin

Plasmastrahler strahlt auf Fingernagel (Foto: FH Aachen)

Eine Gruppe von Elektrotechnikern der Fachhochschule Aachen hat einen neuartigen Plasmastrahler für die Wund- und Hautbehandlung entwickelt. Schaltet man das etwa zigarrengroße Gerät ein, tritt an der Spitze eine weiß-violett strahlende Ionenwolke aus. Mit ihr können Keime, Bakterien, Viren und Sporen wirkungsvoll – und für den Patienten schmerzfrei – beseitigt werden. Das ionisierte Gas dringt selbst in feinste Geweberitzen ein, die sonst kaum zu erreichen sind und sorgt so für eine gründliche Desinfektion von Wunden. Zudem kann die Plasmabehandlung Wachstums- und Regenerationsprozesse anregen und die Wundheilung so beschleunigen. Neben der Behandlung von Hautkrankheiten ist auch ein Einsatz in der ästhetischen Medizin vorstellbar, beispielsweise bei der Entfernung von Pigmentflecken und bei der Glättung von Narben und Hautfalten. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass bei der Plasmabehandlung der Haut keine Allergien und Unverträglichkeiten auftreten.

Der neue Plasmastrahler funktioniert im Gegensatz zu herkömmlichen Geräten nicht mit Edelgasen, sondern mit normaler Umgebungsluft. Weder spezielle Prozessgase noch Hochspannungen sind notwendig. Er ist sehr kostengünstig herstellbar und nahezu produktionsreif. Gesucht werden derzeit noch Partner aus Industrie und Forschung, die das nötige medizinische Know-how mitbringen.

Autor: Andreas Ziemons (mit idw)
Redaktion: Judith Hartl