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Filme

Neu im Kino: Letzter Ausweg für einen Autisten

Wer etwas anders ist, hat es nicht leicht - schon gar nicht in der Schule. Das zeigen gleich zwei Filme, die jetzt im Kino anlaufen. Außerdem: Zehn Fragen an den Dalai Lama und eine Doku über Asylbewerber in Deutschland.

Szene aus dem Film Ben X (Quelle: DPA)

Im wahren Leben ist Nähe für den Autisten Ben ein Problem

Schule ist für den autistischen 17-jährigen Ben die Hölle: Ständig wird er von seinen Mitschülern gemobbt und gepeinigt. Er flüchtet sich in seine eigene Welt und vollbringt Heldentaten in dem Onlinespiel "Archlord". Er spielt es, wann immer er kann und meistert mit seiner Internetgefährtin Scarlite alle Herausforderungen und Gefahren, die ihn in der realen Welt überfordern. Als er die Quälereien seiner Mitschüler nicht mehr erträgt, fasst Ben einen Plan. Er will mit allem Schluss machen: "2 late 2 heal". Da tritt das Mädchen aus dem Onlinespiel in sein Leben. Dem belgischen Regisseur Nic Balthazar gelingt es eindrucksvoll, die Perspektive des verschlossenen Ben zu vermitteln und zu hinterfragen, was im Allgemeinen als "normal" gilt.

Zehn Fragen an den Dalai Lama

Der Dalai Lama im Film (Quelle: DPA)

Rick Ray hat dem Dalai Lama zehn Fragen gestellt

Hatte der Dokumentarfilmer Rick Ray ein gutes Themen-Gespür oder einfach nur Glück? Schon vor zwei Jahren drehte er seinen Film über den Dalai Lama - der angesichts des Freiheitskampfs der Tibeter im Vorfeld der Olympischen Spiele brandaktuell ist. Schließlich gibt er wertvolle Informationen über die Vorgeschichte des Konflikts. Sein Gespräch mit dem 14. Dalai Lama offenbart jene Eigenschaften, die das Oberhaupt des tibetischen Buddhismus zu einem der beliebtesten Menschen der Welt gemacht haben: Mit dem ihm eigenen Scharfsinn, mit Spontaneität und augenzwinkernden Humor weist der fast 72-jährige in dem Interview Wege aus den drängendsten Problemen der Zeit. Der Film beschäftigt sich auch kompetent mit den religiösen Grundlagen des Buddhismus, schildert den Lebensweg des Dalai Lama, der seit fast 50 Jahren im indischen Exil lebt und die repressive Politik Chinas seit der Okkupation seines Heimatlandes im Jahr 1951. Sehenswert sind besonders die historischen Filmaufnahmen aus dem alten Tibet, die Ray in Archiven aufstöberte.

"Birds Nest - Herzog & De Meuron in China": Architektur des Bösen?

Die Architekten Jacques Herzog (l) und Pierre de Meuron im Dokumentarfilm Birds Nest (undatierte Filmszene, Quelle: DPA).

Was es bedeutet in China zu bauen, will Marcel Hoehn in seinen Dokumentarfilm zeigen

Für Fans moderner Architektur ist der Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Marcel Hoehn ein Augenschmaus: Mit der Kamera verfolgt er das rege Treiben des schweizer Star-Architektenbüros Herzog & De Meuron. Aus diesem Haus stammen nicht nur der Entwurf des Pekinger Nationalstadions für die Olympischen Sommerspiele 2008 - im Volksmund "Vogelnest" genannt - und die Allianz-Arena für den FC Bayern, sondern auch die Pläne für ein ganzes Stadtviertel in der rund drei Millionen Menschen zählenden chinesischen Stadt Jinhua. Der Film beschreibt, wie die Top-Architekten mit den fachlichen, politischen und kulturellen Differenzen in dem Land in Fernost umzugehen haben.

"Draußen bleiben": Wie junge Asylbewerberinnen in Deutschland leben

Unbefangen nähert sich Alexander Riedel den beiden jungen Protagonistinnen seines Dokumentarfilms, der 16-jährigen Valentina aus dem Kosovo und der ein Jahr älteren Uigurin Suli aus China. Während Valentina mit ihrer Mutter in einem trostlosen Heim auf ihre Anerkennung als Asylbewerberin wartet, konnte Uigurin Suli mit ihrer Familie bereits eine kleine Wohnung beziehen, nachdem sie als politischer Flüchtling akzeptiert wurde. Mit seinem "unvoreingenommenen Blick" - so meint blickpunktfilm.de - schafft es Riedel, ein unverfälschtes Bild von einem problematischen Teil deutscher Realität zu malen. Auch gelingt es ihm, Sympathien beim Publikum für die beiden Mädchen zu wecken, auch wenn sie zunächst mit ihrem vulgären und aggressiven Verhalten eher unangenehm wirken.

"Freischwimmer": Psychodrama über zwei Außenseiter

Rico Bartsch (Frederick Lau) schwimmt in einer Szene des Films Freischwimmer (Quelle: DPA)

Freischwimmer Rico wird von seinen Mitschülern gemobbt

Kafka-Gymnasium heißt die Schule des Einzelgängers Rico (Frederick Lau). Kein Zufall, denn genauso wie dessen Texte ist auch Andreas Kleinerts Psychodrama über zwei Außenseiter in der Kleinstadt gespickt mit "surrealen Momenten, Metaphern und verwirrenden Deutungsmöglichkeiten" - meint jedenfalls blickpunktfilm.de. Der Regisseur von "Verlorene Landschaft" und "Wege in die Nacht" schildert das Gefühlswirrwarr seiner Figur als gefährliches Gemisch aus Sehnsucht und Enttäuschung, das sich fast zwangsläufig explosiv entladen muss, als sich der Jugendliche mit einem anderen Ausgestoßenen, dem von den Mitschülern tyrannisierten Deutschlehrer, zusammen tut. Was ganz harmlos als Coming-of-Age-Story beginnt, kehrt sich nach einigen mysteriösen Todesfällen zum Thriller mit einem überraschenden Ende. (mg)

Symbolbild Film Festival roter Teppich

Dossier KINO Favoriten: Die Besten des deutschen Films

Was sind die besten Dramen, die lustigsten Komödien, die Top-Schauspielerinnen und die größten Leinwandhelden? In der Serie "KINO Favoriten" präsentiert das DW-Filmmagazin seine ganz persönliche Auswahl.