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Kultur

Neu im Kino: Der Kampf gegen Tod, Terror und Vergangenheit

Ein Fotograf im Duell mit dem Tod, ein CIA-Agent im Irak und eine junge Frau auf der Suche nach der Wahrheit über ihre Mutter, die einst aus der DDR flüchtete - drei neue Kinofilme stellen sich existentiellen Fragen.

Kinosaal (Quelle: dpa)

Donnerstags kommen die neuen Filme: Kino in Berlin

Schon wieder ein Ost-Film? "Ja, aber ein ganz anderer", verspricht Jungregisseur Christian Schwochow. "Novemberkind" ist das Kino-Debüt des 30-Jährigen und der Versuch, aus den sonst üblichen Ost-West-Mustern auszubrechen. Das Land seiner Kindheit will er darstellen, abseits des bunten DDR-Klamauks à la "Sonnenallee", aber auch abseits der Stasi-Düsternis wie in "Das Leben der Anderen".

Portrait Anna Maria Mühe (Quelle: Schwarz Weiss Filmverleih)

Glänzt gleich doppelt: Schauspielerin Anna Maria Mühe.

Herausgekommen ist die Geschichte von Anna, die aus der DDR flieht und ihr Kind bei den Großeltern lässt – in der Hoffnung, es später nachholen zu können. Als der Plan scheitert, nimmt sie sich das Leben. Ihre Tochter Inga glaubt, die Mutter sei bei einem Badeunfall gestorben. Bis sie einen Fremden trifft, der sie auf eine spannende Spurensuche in die Vergangenheit schickt.

Für seinen Film hat sich Schwochow eine junge, aufstrebende Schauspielerin gesucht: Anna Maria Mühe. Weil sie überzeugt, hat er gleich zwei Rollen mit ihr besetzt: Mühe spielt Mutter und Tochter gleichzeitig. Mit der DDR-Vergangenheit wurde die 23-Jährige auch persönlich schon oft konfrontiert: Sie ist die Tochter der Schauspieler Ulrich Mühe ("Das Leben der Anderen") und Jenny Gröllmann. In den vergangenen Jahren waren die beiden immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil Mühe seiner Ex-Frau vorwarf, ihn für die Stasi bespitzelt zu haben.

Anna Maria Mühe wurde als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet, "Novemberkind" gewann auf den Max Ophüls Filmtagen in Saarbrücken und beim Filmkunstfest Schwerin Publikumspreise.

Fotograf trifft Tod

Campino als Fotograf Finn mit Kamera (Quelle: AP)

Rockröhre gibt den Fotografen: Campino als Finn

Wir kennen ihn als Sänger, als Rockröhre vor allem und als Draufgänger. Nun ist Campino, Frontmann der Band "Die Toten Hosen", auch auf der Leinwand zu sehen: Als Finn in "Palermo Shooting". Anders als auf der Bühne schlägt Campino als Finn eher sanfte Töne an.

Der angesehene Fotograf sucht in Palermo Ruhe. Doch dann muss er feststellen, dass der Tod, personifiziert von Schauspieler Dennis Hopper ("Apocalypse Now", "Speed"), ihm an den Fersen hängt. Einige Male kann er ihm entwischen, dann landet der bewusstlos in der Hafenmole. Seine Rettung wird die schöne Flavia (Giovanna Mezzogiorno).

Der melancholische Film von Wim Wenders über das ewige Duell mit dem Tod versucht, alle existenziellen Fragen über Werk und Identität im Leben eines Künstlers zu stellen. Das erste Mal seit 15 Jahren hat Wenders wieder in Deutschland gedreht, was nach seinen eigenen Worten "schwieriger war als gedacht". Premiere hatte der Film in Cannes.

Gebrochener Held im Nahen Osten

Leonardo DiCaprio mit Golshifteh Farahani (Quelle. Warner Bros. ENt.)

Auch ein knallharter Agent darf sich verlieben: Leonardo DiCaprio mit Golshifteh Farahani

Als amerikanischer Topagent mit Einsatzgebiet Naher Osten hat man kein leichtes Leben, das merkt auch Leonardo DiCaprio alias Roger Ferris in "Der Mann, der nie lebte". Er ist der Mann fürs Grobe, eine zerrissene Figur: Er foltert und wird gefoltert.

Da hat es sein Vorgesetzter (Russell Crowe), der jede Bewegung von Ferris' beobachtet, entschieden bequemer: Fernab jeder Gefahr gibt er daheim in Washington den treu sorgenden Familienvater.

Ferris' Leben hingegen hängt nach dem Versuch, sich in eine Terrororganisation einzuschleusen am seidenen Faden. Schnell merkt er, dass er nur sich selbst vertrauen kann. Regisseur Ridley Scott ("Black Hawk Down") inszeniert Ferris als gebrochenen Helden, der in Nahost eine neue Heimat findet und Körper und Seele im Kampf gegen den Terror einsetzt. Immerhin darf sich Ferris verlieben, in die Krankenschwester Aisha.

"Der Mann, der nie lebte" ist ein Mix aus Spionagefilm und Kriegsdrama, ein klassischer Thriller mit überraschenden Untertönen. Die Vorlage für den Film gab das gleichnamige Buch des amerikanischen Journalisten David Ignatius, der lange im Nahen Osten tätig war.

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