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Wissen & Umwelt

Neu entdeckte Galaxie bricht Entfernungsrekord

Galaxie mit 4000 Milliarden Sternen im Fornax-Haufen am Südhimmel (Foto: dpa)

Es gibt Distanzen, die einfach unvorstellbar sind. Der Erdumfang ist mit rund 40.000 Kilometern schon schwer greifbar. Die Entfernung zum Mond, die je nach Position auf der Umlaufbahn zwischen 350.000 und 400.000 Kilometern schwankt, ebenso. Was aber ist mit zwölf Milliarden Lichtjahren? Das sind 114 Trilliarden Kilometer, eine unvorstellbar große Zahl mit 21 Nullen. Genau so groß ist der Abstand der Erde zu einer Staubgalaxie, die ein Astronomen-Team unter Leitung der Universität Bonn entdeckt hat. Das Licht, das die Astronomen empfangen haben, hatte also bereits eine lange Reise hinter sich. Als diese Reise startete, war der Kosmos erst 1,5 Milliarden Jahre jung. Die Galaxie ist damit die älteste ihrer Art, die bislang gefunden wurde.

Die Forscher vom Bonner "Argelander-Institut für Astronomie" nutzten für ihre Entdeckung eine Art "natürliches Teleskop": Zufällig befand sich die neu entdeckte Staubgalaxie nämlich hinter einer Formation von massereichen Vordergrund-Galaxien. Große Massen können das Licht wie eine Linse ablenken - Astronomen sprechen auch vom Gravitationslinsen-Effekt. Dadurch wurde das Bild der Staubgalaxie gewissermaßen wie durch ein Fernrohr vergrößert.

Die neu entdeckte Galaxie gehört zu den schwach leuchtenden Staubgalaxien und ist nur ein Zehntel so groß wie unsere eigene Galaxie, die Milchstraße. Allerdings ist sie bei weitem produktiver: Wie am Fließband entstehen in ihr neue Sterne – 100-mal schneller als in unserer Muttergalaxie. Die nächsten Jahre sollen nun zeigen, ob diese Staubgalaxie eine Ausnahmeerscheinung ist. Die Forscher hoffen dabei auf neue Teleskope wie das "Atacama Large Millimeter Array" in Chile, das in Kürze seine Arbeit aufnehmen wird. Die aktuellen Beobachtungen wurden mit vier Teleskopen auf Hawaii sowie dem Hubble Weltraum-Teleskop durchgeführt.

Autor: Andreas Ziemons (mit idw)
Redaktion: Judith Hartl