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Wirtschaft

Netzwerkende Unternehmerinnen

Unternehmerinnen brauchen Netzwerke. Zum 60. Mal treffen sich Firmenchefinnen aus aller Welt zum Kongress, diesmal in Berlin. Eine der Unternehmerinnen ist Carola Kirchner. Netzwerke sind für sie unabdingbar.

Eine Delegation des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen in der indischen Stadt Jaipur, Rajasthan. Foto: Jasvinder Sehgal, DW, Februar 2012

Eine Delegation des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen in der indischen Stadt Jaipur, Rajasthan

Kritisch beäugt Carola Kirchner die neue Betonleiste und den frisch gestrichenen Eingangsbereich. In der Tiefgarage eines Berliner Kaufhauses saniert ihre Firma I+B, das steht für Isobau Berlin, Böden und Wände. Die Arbeit geht voran: Allerdings sind die Bedingungen erschwert: Der Betreiber des Parkhauses will auch während der Bauarbeiten auf keinen Stellplatz verzichten. So muss es in kleinen Schritten gehen.

Der Vergleich nervt

Carola Kirchner, Geschäftsführerin der Firma I+B, auf dem Weltkongrerss in Berlin (Foto: DW/Wochnik)

Carola Kirchner (3.v.l.), Geschäftsführerin der Firma I+B, auf dem Weltkongrerss in Berlin

Seit über 20 Jahren arbeitet Carola Kirchner in der Baubranche. Viel hat sich seit dem verändert. Immerhin gibt es jetzt auch Bauingenieurinnen. Doch die Geschlechter-Sicht ist geblieben, beklagt die 57jährige. "Es ist immer schade, dass überhaupt der Vergleich gemacht wird. Man sagt ja auch nicht, ‘Das ist ein Mann, der ist besser als die Frau, man sagt immer die Frau muss so gut sein wie ein Mann'." Daran müsse man arbeiten. Wichtig sei, "dass es nicht auf das Geschlecht, sondern auf die Person ankommt. Entweder es arbeitet jemand gut oder nicht."

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Frauen an der Unternehmensspitze - mit Netzwerken zum Erfolg

Auch deshalb engagiert sie sich nicht nur in ihrem Unternehmen, sondern auch im Verband deutscher Unternehmerinnen. Schließlich haben Männer vorgemacht, wie wichtig der Austausch ist, sagt Kirchner. Frauennetzwerke funktionieren aus ihrer Sicht zwar anders, sind aber nicht nur für den Nachwuchs unverzichtbar. Sie, die Mutter eines inzwischen erwachsenen Sohnes, hätte sich einst mehr Unterstützung erhofft. "Anders als Managerinnen sind Unternehmerinnen doch gefordert, wirklich für das Überleben ihres Unternehmens zu kämpfen und darum ist es wichtig, dass wir uns austauschen können." Dabei sei das Netzwerk nicht dafür da, Aufträge zu beschaffen: "Es geht darum, dass man sich gegenseitig sagt und fragt, wie geht's dir, wie machst du es, was hast du erlebt."

Lockerer Rahmen, ernste Sache

Diese Chance nutzt Carola Kirchner beim FCEM, dem 60. Kongress internationaler Unternehmerinnen. Die erfolgreichen Frauen aus 70 Ländern wollen vor allem eins: sich noch besser miteinander vernetzen, Präsenz zeigen. Und sie wollen, dass noch mehr Frauen in verantwortungsvolle Jobs kommen.

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Weltdachverband der Unternehmerinnen tagt in Berlin

Netzwerken, auch mal quatschen, Erfahrungen austauschen - Carola Kirchner freut sich jedes Mal auf diese Treffen. "Es ist eine unglaubliche Bereicherung, sich mit diesen Frauen zu unterhalten." Besonders freut sich die Unternehmerin auch auf den Ausflug in den Spreewald. Andere Frauen haben sich für einen Ausflug nach Dresden, Potsdam oder Berlin entschieden. Der Rahmen ist kunterbunt und locker. In der Sache ist es den Frauen aber ernst. Diese Ideen unterstützt auch Bundeskanzlerin Merkel, die am Freitag vor den Unternehmerinnen gesprochen hat.

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