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Zu Gast im Kreml

Netanjahu warnt vor iranischem Einfluss in Syrien

Israel beobachtet mit Sorge, dass Iran und seine verbündeten Milizen ihre Präsenz im syrisch-israelischen Grenzgebiet ausbauen. Für Regierungschef Netanjahu Grund genug, bei Präsident Putin vorzusprechen.

Israel und Russland verbindet auf vielen Gebieten eine enge Zusammenarbeit, das betonen Regierungschef Benjamin Netanjahu und Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen in Moskau. Im Nahen und Mittleren Osten haben beide Länder aber auch unterschiedliche Interessen. Russland ist mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad und dem Iran verbündet, die beide mit Israel verfeindet sind.

Für Netanjahu ein Grund, bei seinem Moskau-Besuch vor zu starkem iranischen Einfluss im Bürgerkriegsland Syrien zu warnen. "Wir wollen nicht, dass der radikale sunnitische Terror abgelöst wird vom schiitischen unter der Führung des Iran", sagte Netanjahu laut einer Mitteilung des Kremls bei einem Treffen mit Putin. Dabei geht es Netanjahu vor allem darum, dass sich die von Teheran finanzierte und aufgerüstete schiitische Hisbollah-Miliz so schnell wie möglich aus Syrien zurückzieht.

Netanjahu bemüht die Geschichte

Persien habe vor rund 2500 Jahren "einen Versuch gemacht, das jüdische Volk zu zerstören, was nicht gelang", sagte Netanjahu kurz vor dem Purim-Fest, mit dem Israel am kommenden Sonntag und Montag an den Angriff erinnert. "Heute gibt es den Versuch von Persiens Nachfolger Iran, den Staat der Juden zu zerstören", fügte er hinzu. Die Iraner "sagen es so deutlich, wie es nur geht, und schreiben es auf ihre ballistischen Raketen".

Putin verlangt neue Sicht Israels auf den Iran

Putin wollte das nicht so stehen lassen. Er forderte Israel auf, den jahrhundertealten Konflikt mit dem Iran hinter sich zu lassen und das Land mit neuen Augen zu betrachten. Der Angriff Persiens habe im fünften Jahrhundert vor Christus stattgefunden. "Wir leben jetzt in einer anderen Welt. Lassen Sie uns über das reden, was heute ist", fügte Putin hinzu.

Israelische Medien hatten im Vorfeld der Gespräche im Kreml berichtet, Netanjahu wolle Russland dazu drängen, in Syrien noch stärker Einfluss zu nehmen. Netanjahu warnte davor, dass sich der Iran dauerhaft in Syrien festsetzen wolle. Israels Erzfeind versuche, auf den Golanhöhen im Grenzgebiet eine neue Front gegen Israel zu eröffnen, zitierten israelische Medien den Regierungschef. Netanjahu wolle Putin davon überzeugen, dass die Golanhöhen bei jeglichen Verhandlungen über ein zukünftiges Syrien ausgeschlossen sein sollten.

Israel befürchtet, dass Kämpfer der Hisbollah die komplexe Lage in Syrien ausnutzen könnten, um über die Golanhöhen nach Israel zu gelangen.

qu/uh (dpa, rtre, afp)