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Aktuell Welt

Netanjahu verurteilt Morde in jüdischen Einrichtungen in USA scharf

Israels Ministerpräsident Netanjahu zeigte sich geschockt über die drei offenbar aus Judenhass begangenen Morde in Kansas. Der 73 Jahre alte mutmaßliche Täter soll früher ein Anführer des Ku-Klux-Klan gewesen sein.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Anschlag auf zwei jüdische Einrichtungen im US-Bundesstaat Kansas scharf verurteilt, bei dem drei Menschen erschossen wurden. "Die Morde wurden nach allen vorliegenden Erkenntnissen aus Hass auf Juden verübt", erklärte Netanjahu in Jerusalem. Er habe Beileidsbekundungen an die Familien der Opfer geschickt, hieß es dort weiter. "Der Staat Israel wird diese Pest zusammen mit allen zivilisierten Völkern bekämpfen", erklärte Netanjahu.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (Foto: picture-alliance/dpa)

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um den 73-jährigen Frazier Glenn Miller alias Cross. Der Festgenommene hatte seine Opfer nach Polizeiangaben nicht gekannt. Cross soll früher ein Anführer des Ku-Klux-Klan gewesen sein, wie die Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center (SPLC) erklärte. Er unterhalte seit langem enge Kontakte zu aktiven Rassistenkreisen und sei auch als Antisemit bekannt.

Anschlag am Vorabend des Pessachfestes

Der Verdächtige stamme ursprünglich aus Aurora im Bundesstaat Missouri und sei Mitglied des von Neonazis betriebenen Internetforums Vanguard NewsNetwork. Dort habe er mehr als 12.000 Wortmeldungen hinterlassen.

Der Schütze hatte am Sonntag auf dem Gelände eines Gemeindezentrums in der Kleinstadt Overland Park bei Kansas City das Feuer eröffnet und zwei Menschen getötet. Danach erschoss er in einer jüdischen Wohnanlage für Senioren eine Frau. Bei seiner Festnahme rief er Medienberichten zufolge "Heil Hitler". Der Anschlag am Vorabend des Pessachfestes führte in Israel und in den jüdischen Gemeinden der USA zu großer Bestürzung. US-Präsident Barack Obama zeigte sich schockiert über das Verbrechen und sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Polizeibehörden wollten sich zu den Meldungen über den Hitlergruß und antisemitische Bemerkungen des mutmaßlichen Todesschützen nicht äußern. Die Ermittler gingen aber von einem aus Hass begangenen Verbrechen aus, teilte der FBI-Beamte Michael Kaste mit.

Mitglieder des Ku-Klux- Klans bei einer ihrer Zeremonien (Archivbild:dpa)

Mitglieder des Ku-Klux-Klans bei einer ihrer "Zeremonien"

Ku-Klux-Klan rassistische Terrorvereinigung

Die auf das Jahr 1865 zurückgehende und zwischenzeitlich verbotene rassistische Terrorvereinigung kämpfte als Geheimbund mit Morden an Schwarzen und Attentaten auf Politiker gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen die Mitglieder des Ku-Klux-Klans weiße Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

Nach Schätzungen von Experten zählt der Klan in den USA heute 5000 bis 8000 Mitglieder in rund 150 unabhängigen Ortsgruppen. Der Bund knüpfte Kontakte zu Rechtsextremisten im Ausland, darunter auch in Deutschland.

sti/wl/SC (dpa, afp, rtr)