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Nest

Es ist warm und gemütlich – nicht nur Vogelkinder bleiben gern mal etwas länger im Nest hocken. Die Eltern sind meist weniger begeistert über einen erwachsenen Nesthocker, der sich durchfüttern lässt.

Bald ist Ostern. Das Fest, welches endgültig den Winter verdrängt, das Fest des Frühlings, des Wiedererwachens der Natur. Für die Christen das Fest der Auferstehung und des Lebens. Heute heißt das Stichwort Nest; auch es hat mit Ostern und dem Frühling zu tun.

Viele bunte Eier

Für die Kinder gibt es Osternester. Das sind kleine Strohkörbe mit Ostergras ausgelegt. In diesem Nest sitzt ein Schokoladenhase inmitten der bunten Ostereier. Es gibt kleine und große, bunte oder einfarbige. Wie es sich für ein richtiges Nest gehört, befindet sich das Osternest im Freien.

Wenn die Eltern einen Garten haben, können sie es hinter Büschen, neben dem Regenfass oder am Schuppen verstecken. Denn – auch dies wie bei einem richtigen Nest – es soll ja nicht gleich entdeckt werden; ein Nest befindet sich zudem stets an einem einigermaßen sicheren und geschützten Ort.

Ein warmes Nest

Ein Nest, und damit verlassen wir den Garten, in dem die Kinder nach den Osterüberraschungen suchen, ein Nest ist der Ort, an und in dem sich Vögel und kleine Säugetiere niederlassen. Dort brüten sie oder bringen ihre Jungen zur Welt; dort halten sie sich auf, dort sind sie geschützt. Ein schöner, ein guter Ort.

Die Wärme des Nestes und die der Eltern, das ist die sprichwörtliche Nestwärme, welche die Jungen brauchen. Kein Wunder, dass sich "Nest" und "Nestwärme" wie selbstverständlich auf den menschlichen Lebensbereich übertragen lassen. "Sich ein Nest bauen" bedeutet umgangssprachlich nichts anderes, als sich eine Wohnung einzurichten. Ein behagliches Nest soll es sein und ein warmes.

Das Nest im Nest

Viel Werbung, wenn auch mit anderen Worten, wird für den Bau des "eigenen Nests" gemacht. Das "Nest im Nest" ist das Bett. "Ins Nest gehen", "im Nest bleiben" und vor allem morgens nicht "aus dem Nest kommen", das sind die umgangssprachlichen Umschreibungen fürs Bett, den behaglichsten Bereich des großen Nestes, das auch Wohnung heißt. Am einfachsten ist es natürlich, sich ins bereits "gemachte", ins warme Nest zu setzen.

Diese Redensart bedeutete ursprünglich, in eine begüterte Familie einheiraten. Oder, was auf dasselbe hinausläuft, ins Haus, das die Schwiegereltern schon für die Tochter oder den Sohn gebaut haben, einzuziehen. Eine besondere Art, sich ins gemachte Nest zu setzen, kommt in einer kuriosen Redewendung, die aus dem 18. Jahrhundert stammt, zum Ausdruck: "Er tut es nicht um den Vogel, er tut es um das Nest." Er, das war ein tüchtiger Handwerksgeselle, der die Witwe oder die Tochter des Handwerksmeisters heiratete und so den Betrieb übernehmen konnte, weil der Meister keinen Sohn hatte.

Von Nesthockern, -flüchtern und -häkchen

Das Wort Nesthäkchen ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Es ist die Bezeichnung für das jüngste und meist auch das verwöhnteste Kind in einer Familie. Das "-häkchen" hat übrigens nichts mit Haken zu tun, es kommt vielmehr von "hocken". Ein Nesthocker jedoch ist ein in schwachem Zustand geborenes Tier, das ganz besonderer Pflege im Nest bedarf. Und dann gibt es noch den "Nestflüchter", das Gegenteil vom "Nesthocker". Stark und kräftig verlässt er – oder sie – früh das Nest und begibt sich selbst auf Nahrungssuche.

Die "Hocker" und "Flüchter" finden sich keineswegs nur in der Tierwelt; genauso wenig wie die "Nestbeschmutzer". Seit der griechischen Antike ist es der Wiedehopf, dem die Eigenschaft angehängt wird, er ließe seinen Kot im eigenen Nest ab. Komischer Vogel. Heute gelten als "Nestbeschmutzer" vornehmlich Menschen, die entweder über die eigene Familie oder ihre Firma herziehen und sie auf diese Weise in Misskredit bringen.

Aus dem Nest flüchten

Ein Nest, haben wir gesagt, befindet sich im Allgemeinen an einem geschützten Ort. Das gilt auch fürs Diebes- oder Räubernest, das den Gaunern als Versteck dient. Ja, es gibt auch noch das Liebesnest, aber das lassen wir Nest sein. Genauso wie den kleinen, verschlafenen Ort, das Nest, in dem sich Fuchs und – passend zur Jahreszeit – Osterhase "Gute Nacht" sagen.

Fragen zum Text

Sich ein Nest bauen bedeutet umgangssprachlich ...

1. sich eine Wohnung einrichten.

2. im Garten wohnen.

3. das Bett machen.

Das Wort Nesthäkchen bezeichnet ...

1. das älteste und selbstständigste Kind einer Familie.

2. das jüngste und verwöhnteste Kind einer Familie.

3. einen Haken, der das Nest zusammenhält.

Als Nestbeschmutzer bezeichnet man ...

1. einen Menschen, der über die eigene Familie oder ihre Firma herziehen.

2. einen besonders unordentlichen und chaotischen Menschen.

3. einen sehr reinlichen Menschen.

Arbeitsauftrag

Zu Ostern werden buntbemalte Eier versteckt. Informieren Sie sich über die Traditionen und Bräuche des Osterfests in Deutschland und halten Sie einen kurzen Vortrag darüber.

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