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Asien

Nepal: Vermisstensuche mit Google und Co.

Nach dem Erdbeben in Nepal organisieren sich die Menschen über Facebook, Google und Twitter. Sie suchen nach vermissten Angehörigen oder teilen Informationen. Davon profitieren dann viele andere.

Die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben in Nepal steigt weiter. Mehr als 3800 Tote wurden bislang gemeldet, aber da einige Regionen noch von der Außenwelt abgeschnitten sind, wird diese Zahl wohl noch weiter steigen. Internationale Hilfsorganisationen erreichen das Land nur langsam und Informationen über vermisste Familienmitglieder zu bekommen, ist schwierig bis unmöglich.

Verschiedene Online Plattformen wie Facebook und Google versuchen jetzt, mit eigenen Apps die Suche nach Freunden und Angehörigen zu erleichtern und bei Online Telefonanbietern wie Viber sind zur Zeit alle Anrufe aus Nepal umsonst.

'Meine Eltern sind in Sicherheit'

Seit Samstag sind die Facebook Pinnwände von Usern mit internationalem Freundeskreis voll mit Fotos von Vermissten, Spendenaufrufen und Listen mit hilfreichen Telefonnummern, die Betroffene in Nepal anrufen können.

Prabhakar, der jetzt in Toronto, Kanada, lebt, hat den Schriftzug "Pray for Nepal" zu seinem Facebook Profil- und Titelbild gemacht. Er hat das soziale Netzwerk genutzt, um besorgten Freunden mitzuteilen, dass es seiner Familie gut geht. "An alle, die gefragt haben: Meine Eltern in Nepal sind in Sicherheit. Und wie alle Menschen in Sicherheit leben auch sie in ständiger Angst," schrieb er am Sonntag.

Ravi, ein junger Nepalese, der jetzt für die World Bank in Washington DC arbeitet, hat eine Liste mit Kontaktdaten geteilt, von "Orten, an denen es Essen, Wasser und Unterbringungen in der Gegend um Kathmandu gibt". Seine Facebookfreunde können nachlesen, wie sie eine Gruppe erreichen, die umsonst Nudeln verteilt, oder eine Organisation, die Flaschen mit Trinkwasser ausgibt.

Auch auf Twitter organisiert sich Hilfe. Eine Journalistin twitterte beispielsweise eine Liste mit Notrufnummern, die innerhalb des Landes angerufen werden können.

Die Menschen nutzen soziale Medien, um einander zu helfen, weil andere Kommunikationskanäle weitestgehend zusammengebrochen sind. Und das Mitgefühl und der Einfallsreichtum auf Facebook und Twitter kennen keine Grenzen.

"Ich sehe auf meiner Pinnwand mehr und mehr Updates von Freunden, die vor ihren Häusern darauf warten, dass die Beben aufhören. Gleichzeitig macht mir die schnelle Reaktion hier Mut. Lasst uns alle unseren Anteil am Wiederaufbau von Nepal leisten", schrieb Ankita, eine junge indische Journalistin, am Montag auf Facebook.

Hilfe von großen Firmen

Die Menschen hinter den sozialen Netzwerken haben den Wink ihrer Nutzer verstanden. Facebook hat seinen "safety check" freigeschaltet, ein Programm, dass Menschen in Katastrophengebieten kontaktiert. Mit einem Mausklick kann der Nutzer markieren, ob er in Sicherheit ist oder sich gar nicht im Katastrophengebiet befindet. Außerdem kann er andere User als in Sicherheit markieren oder aber nach Freunden im Katastrophengebiet suchen.

Google hat den

person finder

aktiviert. Die Firma setzte das Programm zum ersten Mal 2010 nach dem Erdbeben in Haiti ein. Seitdem schaltet Google das Programm nach großen Naturkatastrophen frei, wie zum Beispiel nach dem Erdbeben, Tsunami und Atomunglück in Fukushima, Japan, im März 2011.

Das Krisenteam der Firma "analysiert die Größenordnung der Katastrophe" und entscheidet dann, ob der "person finder" aktiviert werden sollte, so google.

Menschen können den "person finder" entweder nutzen, um nach einer vermissten Person zu suchen, oder um Informationen über sie zu posten. Dazu können sie ein Foto des vermissten Freundes oder Familienmitglieds auf der Google Plattform teilen und Informationen darüber geben, wo diese zuletzt gesehen wurden.

Und der Eintrag wird aktualisiert, sobald neue Informationen hinzukommen. Wenn jemand also postet, dass er die vermisste Person gesehen hat, ändert sich der Status von "Jemand sucht nach Informationen über diese Person" zu "Jemand hat erfahren, dass diese Person lebt".

Google selbst durchsucht ebenfalls verschiedene Datenbanken. So müssen Nutzer, die nach einen vermissten Angehörigen forschen, sich nicht durch eine Vielzahl von Seiten klicken.

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