Nepal: Historische Parlamentswahl geht in nächste Runde | Aktuell Asien | DW | 07.12.2017
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Wahlen

Nepal: Historische Parlamentswahl geht in nächste Runde

In Nepal hat die zweite Phase der Parlamentswahl stattgefunden. Die Wahlen besiegeln den Übergang des Himalaya-Staates von einer Monarchie zu einem demokratischen, föderalen Staat.

Es sind Nepals erste Parlamentswahlen seit 18 Jahren. Nach einem zehnjährigen Bürgerkrieg und der Abschaffung der Monarchie hatte sich der Himalaya-Staat 2015 eine Verfassung als föderale Republik gegeben, die erstmals die zentralisierte Macht auf Provinzen verteilt. Der Norden des Landes hatte schon vor zehn Tagen abgestimmt. Nun waren mehr als 12,2 Millionen Einwohner im Süden des Landes und in der Hauptstadt Kathmandu dazu aufgerufen, ein nationales Parlament sowie Provinzparlamente zu wählen.

Auch die zweite Phase der Wahlen fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Tausende Sicherheitskräfte schützten die Wahllokale in der Hauptstadt Kathmandu und dem dicht besiedelten Umland. Bei der Wahl wird ein enges Rennen zwischen der Kongresspartei von Ministerpräsident Sher Bahadur Deuba und einer kommunistischen Allianz erwartet. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.

Neue Verfassung, neue Hoffnung

Beobachter hoffen, dass die Wahlen dem verarmten und von Korruption geprägten Land politische Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Das Land leidet noch immer unter den Folgen des verheerenden Erdbebens des Jahres 2015. Nepal hatte nach dem Ende des zehnjährigen maoistischen Aufstands 2006 eine neue Verfassung ausgearbeitet. Es dauerte jedoch neun Jahre, bis diese nach jahrelangen politischen Turbulenzen und häufig wechselnden Regierungen verabschiedet wurde. Die neue Verfassung sieht vor, dass die bislang zentralisierte Macht teilweise auf die sieben neu gegründeten Provinzen verteilt wird. Ein Teil der Sitze in dem Parlament ist für Frauen, für Angehörige indigener Völker sowie für Mitglieder der untersten Kaste Dalit reserviert.

lh/sti (AFP, dpa)

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