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Aktuell Amerika

Nebraska beerdigt die Todesstrafe

Das Parlament des - konservativen - US-Staates hat in einer äußerst knappen Entscheidung das Veto des - konservativen - Gouverneurs überstimmt und damit Hinrichtungen aus dem Rechtssystem Nebraskas endgültig verbannt.

Nebraska hat definitiv die Todesstrafe abgeschafft. Das Parlament (Artikelbild) hob am Mittwoch mit 30 zu 19 Stimmen ein Veto des republikanischen Gouverneurs Pete Ricketts auf. Nebraska wird damit der 19. US-Bundesstaat, in dem keine Menschen mehr hingerichtet werden. Am 17. und 20. Mai hatte das Parlament schon zwei Mal das Ende der Todesstrafe beschlossen.

Ricketts hatte dies als "falsche Botschaft an die Einwohner Nebraskas" kritisiert. Die Bevölkerung befürworte mehrheitlich die Todesstrafe, weil sie die Sicherheit der Öffentlichkeit verstärkt und nicht geschwächt haben wolle, sagte der Gouverneur zur Begründung. Um sein Veto wieder zu kippen, waren mindestens 30 Stimmen erforderlich. Nur eine Stimme weniger - und Ricketts wäre als Sieger aus dieser Auseinandersetzung hervorgegangen.

Aus Glaubensgründen gegen die Todesstrafe

Nebraska im ländlichen Mittleren Westen der USA gilt als konservativer Bundesstaat. 35 der 49 Parlamentsmitglieder sind Republikaner. Mehrere Politiker erläuterten, sie befürworteten aus Glaubensgründen die Abschaffung der Todesstrafe. Ricketts wiederum kritisierte, die Kampagne gegen die Strafe sei auch von Geldgebern außerhalb Nebraskas finanziert worden.

Das Verbot der Todesstrafe soll nun auch rückwirkend gelten: Noch nicht vollstreckte Todesstrafen sollen in lebenslange Haft umgewandelt werden. In den Todeszellen des Bundesstaates im Mittleren Westen sitzen derzeit elf Verurteilte. Insgesamt 29 Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Washington und die Bundesbehörden wenden die Todesstrafe nicht an, selbst wenn sie laut Gesetz noch möglich ist. Vergangenes Jahr wurden 80 Prozent der Hinrichtungen in den USA in den drei Bundesstaaten Texas, Missouri und Florida vollstreckt.

sti/joz (afp, dpa)

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