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Sprachbar

Neben

Nebenan wohnt der Nachbar und im Nebenzimmer schläft die Schwiegermutter, aber das ist nebensächlich. Wichtig ist der verflixte Nebenbuhler - und die mal wieder viel zu hohen Nebenkosten.

Zu den gefürchtetsten Abkürzungen, zumindest was die Zeitungsanzeigen des privaten Wohnungsmarkts betrifft, gehören die beiden Großbuchstaben "NK". Die reine Miete hätte man sich ja leisten können, aber mit den hohen Nebenkosten – nein, geht nicht, zu teuer. "NK" steht für Nebenkosten.

Neben-Wörter

Das Wörtchen "neben" kommt in der deutschen Sprache als Präposition und in Zusammensetzungen zur Bildung von Substantiven so häufig vor, dass es alles andere als ein Wort von nebensächlicher Bedeutung ist – falls es ein solches überhaupt gibt.

Aber ganz im Ernst: "Neben-" als Bestimmungswort von Komposita zieht sich beinahe durch das ganze Alphabet: Von "Nebenabrede" bis "Nebenzweig". "Nebenabrede" ist ein Begriff aus der Rechtswissenschaft. Sie – die "Nebenabrede" – ist eine zusätzliche mündliche Vereinbarung zu einem schriftlich ausgearbeiteten Vertrag.

Der Nebenzweig

Der "Nebenzweig" kann sowohl ein kleiner neuer Seitentrieb an der Zimmerpflanze oder am Apfelbäumchen im Garten sein, als auch in übertragener Bedeutung eine Nebenlinie im Stammbaum von Familien.

Spätestens bei Erbstreitigkeiten kann dann der bisher so gut wie nie in Erscheinung getretene Großonkel mütterlicherseits zur Hauptperson werden, dem – so steht’s halt im Testament – die antike Kommode überlassen werden muss, auf die Gisela ihr Leben lang spekuliert hatte.

"Neben" und das liebe Geld

Ein Begriff, der schlagartig vor Augen führt, welche Bedeutung unser Stichwort "neben" bekommen kann, ist der von den "Lohnnebenkosten". Sie sind Bestandteil der Aufwendungen eines Betriebs für den Produktionsfaktor Arbeit, wobei der eigentliche Lohn von diesen Aufwendungen ausgenommen ist.

Überhaupt interessant, wie gerade im Bereich Wirtschaft und Arbeitswelt das Wort "neben" eine große und eben keine Nebenrolle spielt: Nebentätigkeit, Nebenberuf, Nebenbeschäftigung und Nebenkosten – darüber wird gesprochen, darüber wird diskutiert.

Auf gleicher Ebene

Jetzt aber wird es Zeit, das Wort "neben" sprachlich und wortgeschichtlich unter die Lupe zu nehmen. "Neben" ist eine Präposition. Sie ist entstanden aus der Verbindung von "in", ebenfalls einer Präposition, sowie dem althochdeutschen Hauptwort "ebaní", was so viel wie "Ebene" hieß.

"In einer Ebene sein, auf gleicher Höhe, auf gleicher Fläche mit jemandem oder etwas sein": Dies war die ursprüngliche Bedeutung von "neben". Machen wir die Probe aufs Exempel: Er steht neben ihr. Neben dem Haus steht ein schöner Baum. Gleich nebenan befindet sich die Schule. Sie gehen nebeneinander. Und so weiter und so fort.

"Neben" ordnet sich unter

Wie wir wissen, kann die Präposition wortbildend sein und in substantivischen Zusammensetzungen als Bestimmungswort auftauchen: Nebenzimmer, Nebengebäude, Nebensatz im Unterschied zum Hauptsatz und – nicht zuletzt – Nebensache. In diesen Beispielen wird eine wichtige Bedeutung von "neben", nämlich die der Unterordnung deutlich.

Zumindest früher waren die "Nebenzimmer" in den Gasthäusern und Wirtschaften meist lieblos eingerichtete Räume, die sich in jeder Beziehung deutlich von dem nicht umsonst so genannten "Gastraum" unterschieden. Ein "Nebengebäude" muss nicht unbedingt hässlicher oder unwohnlicher als ein Hauptgebäude sein, aber es ist kleiner.

Was ist eine Nebensache?

Mit der "Nebensache" ist es so eine Sache. Das Gegenteil von ihr ist zwar die "Hauptsache" aber weder die eine noch die andere lässt sich eindeutig definieren. "Hauptsache gesund" sagen die Leute, "alles andere ist Nebensache". Wer wagt dem schon zu widersprechen und dennoch – so ganz nebenbei: Ist wirklich alles "Nebensache" nur weil man selber gesund ist?

Wie subjektiv das mit der "Nebensache" ist, wollen wir an einer Behauptung zeigen, die unangefochten und seit ewigen Zeiten bemüht wird, wenn es darum geht, den Sport zu definieren: Er sei, so heißt es überall, die "schönste Nebensache der Welt".

Das heißt aber noch lange nicht, dass die schönste Nebensache der Welt unbedingt der Sport sein muss. Was aber lediglich heißen soll, dass es für niemanden nebensächlich sein sollte, was er oder sie zur Hauptsache macht. Und das war übrigens gerade eine "Nebenbemerkung".

Fragen zum Text

Nebenkosten bei einer Wohnung sind …

1. die Kosten, die zusätzlich zur Miete entstehen (z.B. Strom, Wasser).

2. die Kosten, die beim Kauf von überflüssigen Dingen entstehen.

3. die Kosten, die bei einer Feier entstehen.

Etwas, das man nicht besonders wichtig findet, ist …

1. ein Nebenbuhler.

2. eine Nebensache.

3. ein Nebenzimmer.

Eine Nebenrolle in seinem Beruf bekommt …

1. ein Schauspieler.

2. ein Bäcker.

3. ein Taxifahrer.

Arbeitsauftrag

Suchen Sie im Wörterbuch nach weiteren zusammengesetzten Wörtern mit "neben". Schreiben Sie fünf Wörter heraus, die Sie interessant oder nützlich finden und prägen Sie sich ihre Bedeutung ein.

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