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Nationalsozialismus

Nazi Alois Brunner starb in Syrien

Das Schicksal des Kriegsverbrechers ist laut eines französischen Magazins geklärt: Brunner starb 2001 in einem Keller in Damaskus. Die Flucht ins Exil nach Syrien wurde zum Gefängnis für den überzeugten Nazi.

Dies sagten drei ehemalige Mitglieder des syrischen Geheimdienstes dem französischen Magazin "Revue XXI". Demnach habe Alois Brunner seine letzten Jahre im Keller eines Wohnhauses verbracht, den er nie wieder verlassen haben soll. Er stand seit 1989 in seiner Wohnung im Diplomatenviertel in Damaskus praktisch unter Hausarrest. Ende der neunziger Jahre habe er dann aus "Sicherheitsgründen" in den Keller umziehen müssen. Einer von Brunners Wachmännern berichtet, der Nazi habe "gelitten und viel geweint", sei aber bis zum Schluss ein fanatischer Antisemit gewesen sein. 

Flüchtling aus Deutschland

Brunner hatte sich nach dem Ende des Nationalsozialismus seiner strafrechtlichen Verfolgung entzogen und war mit einer falschen Identität untergetaucht. Er arbeitete zwei Jahre lang für die US-Besatzung in Deutschland, bevor er 1953 über Ägypten nach Syrien floh. Dort stand er unter dem Schutz der politischen Führung: Deutschland und andere Länder forderten seine Auslieferung vergeblich. Er soll der syrischen Geheimpolizei als Berater gedient und vor allem die Verhör- und Foltermethoden der Nazis weitergegeben haben.

Israel Jerusalem Adolf Eichmann Prozess (picture-alliance/dpa)

Alois Brunner arbeitete unter Adolf Eichmann (Foto). Während Brunner floh, wurde Eichmann der Prozess gemacht

Beteiligt an der "Endlösung der Judenfrage"

Der gebürtige Österreicher Brunner diente während des Nationalsozialismus als SS-Hauptsturmführer unter Adolf Eichmann, der die Deportation von Juden aus allen europäischen Ländern organisierte. Brunner selbst wird für die Deportation von fast 130.000 Juden verantwortlich gemacht. In Frankreich wurde er 1954 in Abwesenheit zum Tode verurteilt und 2001 zu lebenslanger Haft. Auch der israelische Geheimdienst Mossad war hinter Brunner her und soll mehrere Male vergeblich versucht haben ihn zu töten. Angeblich verlor der Nazi bei den Anschlägen mehrere Finger und ein Auge.

Der französische Nazi-Jäger Serge Klarsfeld hält den "Revue XXI"-Report für "sehr glaubwürdig". Der Nachrichtenagentur afp sagte Klarsfeld: "Wir freuen uns zu erfahren, dass er eher schlecht als gut lebte."

jv/sti (afp, revue21.fr)

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