Nawalny verteidigt Russlands atomare Aufrüstung | Aktuell Welt | DW | 08.03.2018
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Russland

Nawalny verteidigt Russlands atomare Aufrüstung

Von der Präsidentschaftswahl in Russland ist der Kremlkritiker Alexej Nawalny zwar ausgeschlossen. Dennoch befürwortet er Moskaus atomare Aufrüstung. Sein Land müsse gegen andere Nuklearmächte wie die USA gewappnet sein.

Russland Alexei Nawalny, Oppositionspolitiker (picture-alliance/AP Photo/P. Golovkin)

Alexej Nawalny bei einer Zusammenkunft mit Unterstützern in Moskau im vergangenen Dezember

"Russland braucht das atomare Gleichgewicht mit den USA und muss es bewahren und ausbauen", sagte der in Russland bekannteste Kritiker von Präsident Wladimir Putin der "Welt" und den Zeitungen der Leading European Newspaper Alliance (LENA). "Vielleicht ist das altmodisch, aber die Gefahr gegenseitiger Zerstörung ist eine Garantie der Sicherheit weltweit."

Zwar müsse Russland mit dem Westen zusammenarbeiten, es müsse aber vorbereitet sein, solange Länder wie Nordkorea und Pakistan, aber auch die USA Atomwaffen anhäuften. "Die USA sind sicher kein schrecklicher Ort, wie es die Kreml-Propaganda weismachen will. Aber wer weiß, wer mal im Weißen Haus sitzt?", sagte der Oppositionspolitiker. "Heute ist es Trump und morgen jemand Schlimmeres."

Der 41-jährige Nawalny wurde wegen einer Vorstrafe von der Präsidentschaftswahl am 18. März ausgeschlossen und mehrfach wegen nicht zugelassener Demonstrationen festgenommen. Das Verfahren gegen ihn bezeichnet er als politisch motiviert und hat zu einem Wahlboykott aufgerufen.

Neues Wettrüsten zwischen Washington und Moskau?

Präsident Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche über den Ausbau des russischen Atomwaffenarsenals informiert und mehrere neue Waffensysteme vorgestellt. Dabei verwies er auf eine Notwendigkeit zur Sicherung des Weltfriedens angesichts der Aufrüstung der USA.

Die US-Regierung hatte Anfang Februar eine neue Atomstrategie bekanntgegeben, die die Entwicklung kleinerer Atomwaffen mit geringerer Sprengkraft beinhaltet, um flexibler auf Angriffe reagieren zu können. Das Weiße Haus verwies zudem darauf, dass Russland eine größere Zahl und Vielfalt von Atomwaffen als die USA besitze.

hk/haz (dpa, rtr)

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