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Wirtschaft

Navi-Startup soll eine Milliarde bringen

Ein Unternehmen aus Israel könnte zum neuen Superstar in der digitalen Welt aufsteigen. Angeblich liefern sich Google und Facebook einen Bieterstreit um "Waze", eine Navigations-App für Smartphones.

Glaubt man dem Wall Street Journal und dem Wirtschaftsinformationsdienst Bloomberg, so zeichnet sich in den USA um die Navigations-App "Waze" ein milliardenschwerer Bieter-Wettstreit zwischen den Großen der Internet-Branche ab. Anfang Mai berichtete das Wall Street Journal, Facebook bemühe sich um das 2008 gegründete Unternehmen. Und nun will die Finanznachrichtenagentur Bloomberg erfahren haben, neben Facebook sei auch Google interessiert - was den Kaufpreis auf über eine Milliarde Dollar treiben könnte.

Waze gibt Navigationsanweisungen auf Basis von Nutzer-Informationen und funktioniert zugleich wie eine Art Online-Netzwerk für Autofahrer. Sie informieren sich untereinander über Staus, Unfälle oder Radarfallen. "Google gibt jedes Jahr Riesensummen aus, um Kartendaten zu erstellen und zu aktualisieren", sagt Waze-Chef Noam Bardin. "Bei uns tun das die Nutzer selbst, in Echtzeit, und zwar freiwillig." Die Waze-App ist inzwischen auf rund 47 Millionen Smartphones installiert, das 2008 in Israel gegründete Unternehmen hat rund 100 Mitarbeiter und ist inzwischen nach Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien umgezogen.

Schub durch Apple

Eigentlich kann sich Waze-Chef Noam Bardin bei Apple-Chef Tim Cook bedanken. Der hatte im vergangenen Jahr Waze als eine mögliche Alternative genannt, als Apple versuchte, seinen ersten eigenen Kartendienst für das iPhone zu starten. Fehlerhaftes Kartenmaterial hatte damals viele iPhone-Nutzer verärgert. "Dass uns Tim Cook erwähnt hat, hat unserer App einen richtigen Schub gegeben", sagt Waze-Chef Noam Bardin heute.

Zu den angeblichen Übernahmeangeboten hat sich Bardin bislang nicht geäußert. "Die Großen in der Branche wie Apple oder Google versuchen mit einem Riesenaufwand, alles selber zu machen", sagt er nur. "Diese Zeiten sind vorbei. Sie müssen lernen, dass sie neue Partner akzeptieren müssen", sagte er im April auf einer Fachkonferenz in San Francisco - was eher darauf schließen lässt, dass Waze unabhängig bleiben und lediglich neues Wagniskapital einsammeln will.

Viele Interessenten

Google betreibt zwar einen eigenen und sehr erfolgreichen Kartendienst, könnte aber durch den Kauf der Waze-Technologie sein Angebot um Social-Media-Elemente erweitern, schreibt die Finanzagentur Bloomberg. Außerdem verschwände mit dem Kauf von Waze ein weiterer Wettbewerber. E sei deshalb fraglich, ob Google Waze im Falle eines Kaufs separat weiter betreiben oder die Plattform in sein eigenes Angebot integrieren würden. Unmittelbar vor einem Deal stehe derzeit keiner der Interessenten, schrieb Bloomberg.

Waze finanziert sich hauptsächlich über ortsbezogene Werbung. Facebook könnte darauf aufbauen, seine Mitglieder mit Waze auch im Auto erreichen und die Nutzer-Basis erweitern. Das weltgrößte Online-Netzwerk richtet sein Geschäft derzeit konsequent auf Smartphones und Tablets aus, weil immer mehr der über 1,1 Milliarden Mitglieder den Dienst von den mobilen Geräten aus nutzen.