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Balkan

NATO warnt Kosovo vor Armee-Gründung

Nach dem Vorschlag des kosovarischen Präsidenten Thaci, eine eigene Armee zu bilden, zeigt sich nicht nur das Nachbarland Serbien besorgt. Auch von der NATO kommt Kritik.

Kosovo Sicherheitskräfte des Kosovo in Prsitina (picture-alliance/dpa/Str)

Mitglieder der kosovarischen Sicherheitstruppe KSF in der Hauptstadt Pristina

Die NATO hat Kosovos Staatschef Hashim Thaci davor gewarnt, seine Pläne für eine eigene kosovarische Armee umzusetzen. Das Kosovo, das 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt hatte, solle sich vor "einseitigen Maßnahmen" hüten, die "kontraproduktiv" seien, erklärte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er rief die kosovarischen Behörden auf, "den direkten Kontakt mit Belgrad beizubehalten".

Dort hatte die serbische Regierung entsetzt auf den Vorschlag aus dem Nachbarland reagiert. Nach Berichten serbischer Medien warnte Serbiens Regierungschef Aleksander Vucic seinen Kollegen Thaci vor einer möglichen Destabilisierung der Region. Serbien betrachtet das Kosovo weiterhin als abtrünnige Provinz. Neben der größtenteils albanisch-stämmigen Bevölkerung leben auch rund zehn Prozent Serben im Norden des Kosovos. Sie lehnen die Gründung einer kosovarischen Armee ebenso ab wie die serbische Regierung.

Thaci hatte am Dienstag einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach die seit 2009 bestehende und 2500 Mann starke Sicherheitstruppe KSF zu einer Armee mit 5000 Soldaten und 2500 Reservisten ausgebaut werden soll. Auf diese Weise würde Thaci eine Verfassungsänderung umgehen und damit auch ein Veto der serbischen Minderheit im Kosovo. Die US-Botschaft in der Hauptstadt Pristina mahnte daher einen "repräsentativen politischen Prozess" an, "der die multiethnische Demokratie im Kosovo widerspiegelt." 

djo/haz (afp, dpa)