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Europa

NATO verstärkt KFOR-Truppen

Wegen der kritischen Lage im Kosovo fordert die Internationale Schutztruppe KFOR Verstärkung an. Die Reserve kommt aus Deutschland und Österreich. Allein die Bundeswehr schickt mehrere hundert Soldaten.

KFOR-Auto (Foto: Anna Kuhn-Osius)

Nach den jüngsten Ausschreitungen an der kosovarisch-serbischen Grenze schickt die NATO mehr Soldaten in das Kosovo. Die Lage habe sich zwar nicht verschlechtert, sagte eine NATO-Sprecherin am Dienstag (02.08.2011). "Aber die KFOR-Truppen waren sehr aktiv, und der Kommandeur ist der Ansicht, sie müssen entlastet werden", so die Sprecherin.

Aus Deutschland und Österreich

Ausschreitungen (Foto: dapd)

An der Grenze zu Serbien kam es Ende Juli zu Ausschreitungen

Die Bundeswehr bestätigte am Dienstag, dass auch Bundeswehrsoldaten als Verstärkung ins Kosovo geschickt werden. Der Oberbefehlshaber der internationalen KFOR-Truppen, Generalmajor Erhard Bühler, habe bei der NATO den Einsatz des sogenannten ORF-Bataillons (Operational Reserve Force) beantragt. Das NATO-Hauptquartier in Neapel habe dann den Einsatzbefehl erteilt.

In dem ORF-Bataillon dienen 550 deutsche Soldaten sowie 150 österreichische. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, die Verstärkung werde in den kommenden Tagen ins Kosovo entsendet, die meisten Soldaten kämen vom Raketenartillerie-Bataillon im thüringischen Sondershausen. Derzeit sind im Kosovo rund 6000 NATO-Soldaten stationiert, davon stellt die Bundeswehr rund 1100.

Streit um Grenzpolizei

KFOR-Soldaten (Foto: dpa)

KFOR-Soldaten an der Grenze

Bei Ausschreitungen an der Grenze zu Serbien war vergangene Woche ein Polizist getötet worden. Hintergrund ist ein Importverbot für serbische Waren, das die Regierung in Pristina verhängt hatte. Die serbische Minderheit im Kosovo, das sich 2008 für unabhängig erklärt hat, wollte das nicht akzeptieren. Die kosovarische Regierung schickte daraufhin eigene Polizisten an die Grenze, die vorher von Polizisten der serbischen Minderheit bewacht worden war. Die KFOR unterstützte sie dabei.

Eine politische Lösung des Konflikts ist bisher nicht gelungen. Zuletzt hatte EU-Vermittler Robert Cooper in Pristina mit Kosovo-Regierungschef Hashim Thaci verhandelt. Zuvor war er in Südserbien mit den serbischen Unterhändlern Goran Bogdanovic und Borislav Stefanovic zusammengetroffen. Neue Gespräche konnte er bislang nicht vermitteln.

Die Kosovo-Serben fordern, dass die umstrittenen beiden Grenzübergänge wieder unter ihre Kontrolle gestellt werden. Sie haben mehrere Straßensperren errichtet. Die beiden serbischen Unterhändler riefen ihre Landsleute auf, "in noch größerer Zahl" zu den Barrikaden zu kommen. "Die Sache wird sich nicht beruhigen", warnte Unterhändler Stefanovic.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa, rtr)

Redaktion: Sabine Faber

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