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Aktuell Europa

NATO unterhält wieder direkten Draht zu Russland

Das "Rote Telefon" ist wieder da: Erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges verfügt die NATO wieder über einen direkten Draht zum russischen Militär. Er soll verhindern, dass Konflikte außer Kontrolle geraten.

Nach längerer Funkstille wegen des Ukraine-Konflikts verfügt die NATO wieder über eine direkte Kommunikationsverbindung zum russischen Militär. "Die NATO und die russischen Militärbehörden unterhalten Kommunikationsverbindungen. Sowohl der Oberbefehlshaber für Europa als auch der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses haben die Erlaubnis, sich mit ihren russischen Kollegen in Verbindung zu setzen", teilte die Organisation der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" mit.

Vorschlag von Steinmeier

Die Verteidigungsminister des westlichen Militärbündnisses hätten bereits im Dezember betont, dass regelmäßige Gesprächskontakte zwischen hochrangigen Militärs beider Seiten gerade in solchen Zeiten sinnvoll seien, ergänzte ein NATO-Sprecher in Brüssel. Sie könnten auch dazu genutzt werden, mögliche "Missverständnisse" im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten zu vermeiden.

Die Kommunikationskanäle seien jederzeit offen und würden regelmäßig getestet. Sowohl der Nato-Oberbefehlshaber für Europa als auch der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses hätten die Erlaubnis, sich mit ihren russischen Kollegen in Verbindung zu setzen, bestätigt die Allianz.

Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland befinden sich wegen des Ukraine-Konflikts auf einem Tiefpunkt. So wurde der NATO-Russland-Rat ausgesetzt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte bereits Ende vergangenen Jahres einen engeren Informationsaustausch zwischen NATO-Staaten und Russland gefordert. Darin warb er für Kommunikationsmöglichkeiten, damit Konflikte nicht völlig außer Kontrolle geraten könnten.

Heißer Draht zwischen Moskau und Washington 1963 (Foto: DPA)

Nach der Kuba-Krise richteten die USA und die Sowjetunion eine direkte Verbindung ein - das sogenannte "Rote Telefon"

Nachfolger des "Roten Telefons"

Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten hatten nach der Kuba-Krise von 1962 eine ständige Fernschreiberverbindung - das sogenannte "Rote Telefon" - zwischen ihren Militärs eingerichtet.

cr/rb (dpa, afp)