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Aktuell Asien

NATO-Tanklaster ausgebrannt

Ein Konvoi mit Treibstoff-Nachschub für die NATO-Truppen ist im Norden Afghanistans ausgebrannt. Anschlag oder Unfall? Die Taliban teilten mit, sie hätten den Angriff verübt. Die Polizei spricht von einem Unfall.

Einige Offizielle in Nord-Afghanistan gehen hingegen davon aus, dass es sich um einen Anschlag gehandelt hat. Der Vize-Gouverneur der Provinz Samangan, Ghulam Sachi Baghlani, sagte, der angegriffene Fahrzeug-Konvoi habe sich auf dem Weg von Usbekistan zu NATO-Einheiten im Süden Afghanistans befunden, als er in der Provinz Samangan Ziel eines Bombenattentats geworden sei. Der Anschlag sei noch vor dem Morgengrauen verübt worden, während einer Fahrpause. Das Feuer habe rasch auf die Lastwagen übergegriffen. Drei Fahrer seien verletzt worden.

Die radikal-islamischen Taliban teilten mit, sie hätten den Angriff verübt. Mehrere private Wachleute seien bei dem Anschlag getötet worden. Ganz anders sieht das die örtliche Polizei. Sie wies Angaben über einen Anschlag zurück und sprach von einem Unfall. Der Großbrand sei durch Fahrlässigkeit von Fahrern ausgelöst worden. Die NATO-Schutztruppe ISAF sprach von insgesamt 24 zerstörten Tanklastern, ohne weitere Angaben dazu zu machen, warum die Lastwagen ausgebrannt sind.

Ausweichroute für die Nato

Die Versorgung der NATO-Einheiten auf dem Landweg über den Norden Afghanistans und dann durch Russland und Zentralasien wurde in den vergangenen Monaten verstärkt genutzt, weil Pakistan mehrere Monate keine Konvois über seine Grenze nach Afghanistan durchgelassen hatte, aus Protest gegen einen US-Angriff. Erst Anfang Juli, nach mehr als sieben Monaten Blockade, hatte die Regierung in Islamabad die wichtige Nachschubroute für die Transporte der Nato über den Grenzübergang Chaman in der südwestpakistanischen Provinz Belutschistan wieder geöffnet.

Nachschub für die Nato auf dem Weg über den Kyberpass (Foto:Archivbild dapd)

Nachschub für die Nato auf dem Weg über den Kyberpass

Die monatelange Sperrung der Grenze zu Afghanistan schuf für die westlichen Truppen erhebliche Probleme beim Nachschub. Allein für die USA verursachte die Grenzblockade jeden Monat Kosten von rund einhundert Millionen Dollar zusätzlich.

Wichtig für den Abzug

Die Öffnung des Landwegs durch Pakistan von und zum Indischen Ozean, wo das Militärmaterial verschifft werden kann, ist auch für den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan von großer Bedeutung. Sowohl finanziell als auch zeitlich kann der NATO-Abzug so deutlich günstiger abgewickelt werden.

Alle ausländischen Kampftruppen sollen bis Ende 2014 vom Hindukusch abziehen. Bis Mitte kommenden Jahres wollen die NATO und die USA die Sicherheitsverantwortung weitestgehend in die Hände der afghanischen Sicherheitskräfte legen.

qu/det (afp, dpa)