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Aktuell Welt

NATO rechnet nicht mit russischer Militärintervention

Russland wird nach Ansicht von NATO-Oberbefehlshaber Breedlove nicht in die Ukraine einmarschieren. Der Kreml könne seine Ziele auch anderweitig erreichen. In der Stadt Slowjansk ist es bislang ruhig.

Noch vor einigen Tagen sei er von einer russischen Intervention überzeugt gewesen, sagte NATO-Oberkommandeur Philip Breedlove nach Medienberichten vor Diplomaten im kanadischen Ottawa. Inzwischen glaube er, dass der russische Präsident Wladimir Putin "seine Ziele erreichen kann, ohne die Grenze mit Truppen zu überschreiten", erklärte der US-General.

Blaupause Krim

"Der wahrscheinlichste Ablauf" sei jetzt, dass Putin "weiter das macht, was er macht: die (ukrainische) Regierung in Misskredit bringen, Chaos provozieren und versuchen, den Boden für eine separatistische Bewegung zu bereiten", führte Breedlove weiter aus. Wie bei der Krim dementiere Putin "eine russische Präsenz" in der Ostukraine, so der NATO-Kommandeur weiter. Im Falle der Krim habe der Kremlchef sie inzwischen eingeräumt. "Dasselbe wird mit der Zeit in der Ukraine passieren", sagte Breedlove.

Russland hatte die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim im März nach einem umstrittenen Referendum in sein Staatsgebiet eingegliedert. Putin hatte im Nachhinein eingeräumt, dass damals russische Soldaten vor Ort waren.

Truppen an der Grenze

Die Übergangsregierung in Kiew wirft der russischen Führung vor, hinter den Unruhen im Osten des Landes zu stehen. Dort haben prorussische Separatisten in mehreren Städten die Kontrolle übernommen. Seit Tagen versucht die ukrainische Armee, die Gebiete mit einer Offensive zurück zu erlangen. Gleichzeitig hat Russland Truppen an der Grenze zur Ostukraine zusammengezogen. Dies hat Befürchtungen ausgelöst, dass Moskau mit Bodentruppen in den Konflikt im Nachbarland intervenieren könnte.

Tote bei Kämpfen um Slowjansk

Nach den heftigen Kämpfen vom Montag um das von prorussischen Milizen gehaltene Slowjansk wird die Lage in der Stadt jetzt als ruhig beschrieben. Die 125.000 Einwohner zählende Stadt ist strategisch bedeutsam und ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt.

Widersprüchliche Angaben gibt es es zur Zahl der Opfer der Gefechte. Die russische Agentur Itar-Tass berichtete unter Berufung auf einen Anführer sogenannten Volksmiliz, bei den Kämpfen seien zehn Zivilisten und Separatisten getötet worden. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow sprach von etwa 30 getöteten "Terroristen". Auf Regierungsseite seien vier Soldaten getötet und etwa 30 verletzt worden. Gleichzeitig erklärten die Separatisten, sie hätten den Angriff der Regierungstruppen zurückgeschlagen. Awakow räumte ein, dass etwa 800 Milizionäre ihre Stellungen hielten.

wl/SC (dpa,afp,rtr)