1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Verteidigungsbündnis

NATO rüstet gegen Russland auf

Die NATO reagiert auf Russlands Vorgehen in der Ukraine und will ihre Strukturen verändern. So soll im Ernstfall schneller reagiert werden können.

Brüssel Treffen NATO-Verteidigungsminister | Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär (Getty Images/AFP/J. Thys)

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erläuterte in Brüssel die Pläne für neue Zentren

Nach der Ukraine-Krise und der Annexion der Krim durch Russland hatte die NATO ihre Präsenz in Osteuropa massiv verstärkt. Nun soll auch die Kommandostruktur angepasst werden. Darauf verständigten sich die NATO-Verteidigungsminister bei ihrem Treffen in Brüssel. "Die Kommandostruktur muss sich verändern, wenn sich das Sicherheitsumfeld verändert," begründete Generalsekretär Jens Stoltenberg den Schritt. Die Allianz will deshalb zwei neue Planungs- und Führungszentren aufbauen.

Ein Hauptquartier soll Truppenverlegungen innerhalb Europas führen. Das zweite soll Marineeinsätze im Atlantik steuern können, um im Kriegsfall den Seeweg zwischen den USA und Europa freizuhalten. Details dazu sollen bis zum nächsten Treffen der Verteidigungsminister im Februar ausgearbeitet werden. Unklar ist beispielsweise noch, ob eines der neuen Hauptquartiere in Deutschland angesiedelt werden soll und wie viel zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt wird.

Aktuelle Struktur nicht ausreichend

Zum Ende des Kalten Krieges hatte die NATO insgesamt 32 Kommandozentren mit einem Gesamtpersonal von 22.000 Personen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs reduzierte das Bündnis diese Strukturen deutlich. Zuletzt gab es noch sieben Kommandostrukturen, in denen 7000 Menschen arbeiteten.

Die in Brüssel beschlossenen Änderungen stellen nach der Stationierung mehrerer Tausender NATO-Soldaten im Baltikum und in Polen eine weitere Kehrtwende in der Strategie dar. In einem als geheim eingestuften NATO-Bericht hatten Militärs zuletzt Zweifel daran geäußert, dass die Allianz derzeit angemessen und schnell genug auf einen russischen Überraschungsangriff reagieren könnte.

djo/uh (afp, dpa)