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Die NATO im Baltikum

NATO-Manöver mit 5300 Soldaten in Litauen

Der Ukraine-Konflikt hat im Baltikum die Angst vor russischer Expansion verstärkt. Die NATO versucht mit einer Stärkung ihrer Ostflanke dagegen zu halten. Die Übung soll die Einsatzbereitschaft der Einheiten überprüfen.

Litauische, US-amerikanische und portugiesische Soldaten (von links nach rechts) bei der Eröffnungszeremonie des Manövers Iron Wolf 2017 (Foto: picture-alliance/AP Photo/M. Kulbis)

Litauische, US-amerikanische und portugiesische Soldaten (von links nach rechts) bei der Eröffnungszeremonie

Knapp 5300 Soldaten aus zehn NATO-Ländern haben ein Militärgroßübung in Litauen begonnen. Mit dem Manöver "Iron Wolf 2017" (Eiserner Wolf) soll dem Verteidigungsministerium in Vilnius zufolge die Einsatzbereitschaft des in dem Baltenstaat stationierten NATO-Bataillons überprüft werden.

Angeführt wird der multinationale Gefechtsverband zur Stärkung der NATO-Ostflanke und Abschreckung Russlands von der Bundeswehr. Unterstützt wird Deutschland von den Benelux-Staaten und Norwegen. Die bis zum 23. Juni laufende Übung wird nach Armeeangaben in drei Regionen Litauens stattfinden.

"Suwalki-Lücke" als Achillesferse der NATO-Ostflanke

Neben Truppen des NATO-Bataillons sind daran auch Soldaten aus den USA, Großbritannien, Polen und Portugal beteiligt. Mit dem Manöver sollen verschiedene Einsätze und die Abstimmung zwischen den Einheiten geübt werden. Trainiert werden soll auch die Verteidigung der sogenannten "Suwalki-Lücke", die als militärische Achillesferse der NATO-Ostflanke gilt. Gemeint ist damit ein rund 65 Kilometer breiter Landstreifen zwischen Polen und Litauen - eingezwängt von der russischen Exklave Kaliningrad im Westen und Weißrussland im Osten. In einem Kriegsfall könnte Russland nach Experteneinschätzung in der Lage sein, die Lücke um den gleichnamigen Grenzort im Nordosten Polens mit seinen Truppen zu schließen.

Die Baltenstaaten sind wegen des andauernden Ukraine-Konflikts um ihre Sicherheit besorgt. Zur Abschreckung Russlands verlegen die USA deshalb seit 2014 Einheiten im Rotationsverfahren dorthin. Auch die NATO verstärkt ihre Präsenz. Litauen und Lettland wollen ihren Militäretat bis 2018 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen. Estland gehört bereits zu den wenigen Staaten, deren Verteidigungsausgaben den angepeilten NATO-Zielwert erreichen. 

sti/uh (dpa)