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Aktuell Welt

NATO-Manöver in Osteuropa sendet Signal an Russland

Die NATO hat erst vor wenigen Tagen auf ihrem Gipfel im walisischen Newport die Bildung einer schnellen Eingreiftruppe beschlossen - auch als Reaktion auf die Ukraine-Krise. Geprobt wird jetzt schon.

Die NATO hat unmittelbar nach ihrem Gipfel in Wales ein Manöver in Lettland abgehalten. Damit demonstrierte sie ihre Entschlossenheit, das baltische Mitgliedsland gegen mögliche Bedrohungen infolge der Ukraine-Krise zu schützen. Die Militärübung, an der rund 500 Fallschirmjäger beteiligt waren, sollte den Einsatz von NATO-Soldaten in einem der Mitgliedsländer im Falle einer Krisensituation simulieren. Die Übung ist Teil einer größeren Militärübung, die vom 2. bis 8. September in Deutschland, Polen und den baltischen Staaten stattfindet.

Mit ihrer seit lange geplanten großangelegten Militärübung in Osteuropa will die Allianz nach eigenen Angaben ein starkes Signal an Russland zur Verteidigung ihrer Mitgliedstaaten senden. Das Bündnis sei "bereit, die territoriale Integrität der NATO-Mitgliedstaaten zu verteidigen", sagte General Hans-Lothar Domröse in der lettischen Hauptstadt Riga.

Aggressor Russland

An der Übung "Steadfast Javelin II" nehmen insgesamt 2000 Soldaten aus neun Ländern teil, darunter auch aus Deutschland. Domröse betonte, dass es "offensichtlich einen Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine" gebe. NATO-General Ed Davis sagte dem lettischen Fernsehsender LTV, es gebe eine "neue Bedrohung". Die NATO arbeite deshalb an einer Truppe, die in der Lage sei, binnen 48 Stunden auf eine solche Bedrohung zu reagieren.

Der lettische Verteidigungsminister Raimonds Vejonis sagte LTV, Russland habe internationales Recht ignoriert und sich "als Aggressor" präsentiert. Zwar könne bei dem Manöver kein Feind definiert werden, aber Russland sei "ein Land, das eine potenzielle Bedrohung für europäische Länder generell und für die NATO" darstelle.

Die Staats- und Regierungschefs der Allianz hatten am Freitag auf ihrem Gipfeltreffen im walisischen Newport die Bildung einer schnellen Eingreiftruppe beschossen. Außerdem will das Bündnis in Estland, Litauen, Lettland, Polen und Rumänien Material- und Munitionsdepots einrichten, auf die die Reaktionstruppe im Falle eines Falles dann zugreifen kann. Alle diese Länder gehörten früher zum von Russland geführten Militärbündnis "Warschauer Pakt".

gmf/haz (afp, rtr)