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Afrika

NATO fliegt weiter Luftangriffe

Die NATO setzt ihre Luftangriffe auf Stützpunkte von Libyens Machthaber Gaddafi weiter fort. Vor allem die Hauptstadt Tripolis war Ziel der Luftschläge. In der Rebellenhochburg Misrata bleibt die Lage unübersichtlich.

Ein NATO-Kampfjet (Foto: AP)

NATO bombadiert erneut Ziele in Libyen

Die Innenstadt von Tripolis wurde in der Nacht zum Sonntag (24.04.2011) von mehreren heftigen Explosionen erschüttert, als die NATO neue Luftangriffe flog. In der gesamten Stadt war nach Augenzeugenberichten Flugabwehrfeuer zu hören.

Die amtliche libysche Nachrichtenagentur Jana berichtete unter Berufung auf die Armee von Luftangriffen auf "zivile und militärische Ziele" in Tripolis. Es soll mehrere Tote und Verletzte gegeben haben. Auch vier weitere Städte wurden demnach angegriffen - darunter Sirte, die Geburtsstadt von Machthaber Muammar el Gaddafi. Bereits in der Nacht auf Samstag hatte die NATO Luftschläge auf die Umgebung von Gaddafis Residenz in Tripolis geflogen.

Taktische Manöver des Gaddafi-Regimes um Misrata?

Aufständische in der zerstörten Stadt Misrata (Foto: AP/dapd)

Die Zerstörung und humanitäre Not in Misrata ist groß

Nach Angaben der libyschen Regierung haben sich Gaddafis Truppen nicht aus der umkämpften Rebellenhochburg Misrata zurückgezogen, sondern lediglich das Feuer gegen die Aufständischen eingestellt. Entgegen früherer Angaben sagte der libysche Vizeaußenminister Chaled Kaim, Gaddafis Truppen hätten "lediglich ihre Operationen eingestellt". Die Stämme, die nun für ein Ende der Kampfhandlungen sorgen sollten, hätten dafür 48 Stunden Zeit. Tags zuvor hatte Kaim noch erklärt, Gaddafi habe den Rückzug aus Misrata angeordnet. Nun würden Regime-treue Stammesangehörige die Angelegenheit regeln.

Die Aufständischen sprachen von taktischen Manövern des Regimes. "Was Gaddafi sagt und was Gaddafi tut, sind zwei verschiedene Dinge", sagte der Sprecher des Übergangsrates, Mustafa Gheriani. "Wir würden einen Rückzug mit Freuden sehen, aber wir sind nicht optimistisch." Die Rebellen stellten außerdem die Loyalität der örtlichen Stämme zu Gaddafi infrage.

Neue heftige Kämpfe

Am Samstag hatte es Meldungen der Oppositionellen gegeben, dass Misrata wieder unter Kontrolle der Aufständischen sei. Die genaue Situation ist aber weiter unklar. Derweil gab es dort neue heftige Kämpfe, bei denen nach Angaben von Ärzten mindestens 25 Menschen getötet und etwa 100 verletzt wurden. Nach Einschätzung der US-Armee läuft der libysche Bürgerkrieg militärisch auf eine Patt-Situation hinaus.

Die Hafenstadt Misrata liegt 210 Kilometer östlich von Tripolis und ist derzeit nur auf dem Seeweg erreichbar. Die Versorgungslage der drittgrößten Stadt des Landes wird nach mehr als siebenwöchigen Kämpfen mit jedem Tag schwieriger.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, afp, rtr)
Redaktion: Ulrike Quast

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