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Welt

NATO entschuldigt sich für Tod von Zivilisten

Die NATO übernimmt die Verantwortung für einen Luftangriff, bei dem im Süden Afghanistans auch viele Kinder getötet worden waren. Afghanistans Präsident Karsai hatte den Tod der Zivilisten äußerst scharf verurteilt.

US-Kampfhubschrauber (Foto: AP)

Durch Luftangriffe von US-Hubschraubern starben Zivilisten

Er entschuldige sich "von ganzem Herzen bei den Familien und Freunden der Getöteten", sagte der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF, US-Generalmajor John Toolan am Montag (30.05.2011). Er bat die Afghanen um Vertrauen und forderte sie auf, die eigenen Sicherheitskräfte weiter zu unterstützen. Toolan zufolge wurden bei dem Angriff in der Provinz Helmand insgesamt neun Zivilisten getötet. Die afghanischen Behörden sprechen dagegen von 14 Toten, darunter zehn Kinder und zwei Frauen.

Ursache der Luftangriffe vom Samstag war laut Toolan ein Taliban-Angriff auf eine ISAF-Patrouille, bei der ein US-Marineinfanterist getötet wurde. Nach seinen Angaben feuerten die zur Verstärkung gerufenen Hubschrauber der US-Armee auf zwei Häuser in dem Glauben, die Aufständischen hätten sich dort allein verschanzt.

USA nehmen Kritik von Karsai "sehr ernst"

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte den Tod der Zivilisten mit ungewöhnlich scharfen Worten kritisiert. Er bezeichnete den Angriff als "schweren Fehler" und "Mord" und forderte Armee und Regierung der USA in einer "letzten Warnung" auf, ihre "einseitigen und unsinnigen" Einsätze zu unterlassen.

Die US-Regierung nimmt die von Karsai geäußerte Kritik nach eigenen Angaben "sehr ernst". "Präsident Karsai hat mehrmals seine Besorgnis ausgedrückt hinsichtlich des Todes von Zivilisten", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Sonntag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One auf dem Weg nach Missouri. "Das ist eine Sorge, die wir teilen und die wir sehr ernst nehmen."

Autorin: Julia Elvers-Guyot (afp, dpa, rtr)

Redaktion: Reinhard Kleber

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