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Welt

NATO-Angriffe auf Gaddafis Lager in Tripolis

Kampfflugzeuge der NATO haben erneut die libysche Hauptstadt Tripolis angegriffen. Ziel war offenbar auch ein Lager von Machthaber Gaddafi. Die Lage der Zivilbevölkerung in dem Bürgerkriegsland wird immer schwieriger.

Bei einem NATO-Luftangriff nach Regierungsangaben in Tripolis zerstörtes Gebäude (Foto: dapd)

Bei einem NATO-Luftangriff nach Regierungsangaben in Tripolis zerstörtes Gebäude

Wie Korrespondenten aus Tripolis meldeten, wurde die Stadt in der Nacht zum Dienstag (10.05.2011) von mehreren Explosionen erschüttert. Nach den Bombenangriffen seien in der Stadt Rauchsäulen aufgestiegen, Sirenen und Gewehrfeuer seien zu hören gewesen. Es habe sich um mindestens vier Angriffe gehandelt, hieß es weiter. Einer der Luftschläge habe offensichtlich einem Areal gegolten, auf dem Muammar al-Gaddafi residiere. Die NATO äußerte sich zu diesen Berichten bislang nicht.

Militär steht an einem Krankenwagen (Foto: AP)

Journalisten wurden nach den Angriffen durch Tripolis geführt

Nach Angaben libyscher Offizieller wurden durch die Angriffe mindestens vier Kinder verletzt, zwei von ihnen schwer. Ausländische Journalisten in Tripolis wurden zu einem Krankenhaus mit zerstörten Fensterscheiben geführt. Sie seien bei den Luftangriffen zu Bruch gegangen, so die Vertreter des Regimes.

Berichte über Demos in Tripolis

Oppositionelle Medien und Augenzeugen teilten unterdessen mit, der Aufstand habe jetzt auch Teile von Tripolis erfasst. Bislang galt die Hauptstadt als Gaddafis Hochburg. Es habe kleinere Demonstrationen gegeben, denen sich Mitglieder der Sicherheitskräfte des Regimes angeschlossen hätten. In anderen Berichten ist von nächtlichen Razzien und Verfolgungsjagden die Rede. Von unabhängiger Seite konnten diese Meldungen nicht bestätigt werden.

Im April offenbar Gaddafi-Sohn getötet

Menschen tragen einen Sarg von Gaddafi-Sohn Saif al-Arab durch die Straßen(Foto: AP)

Beerdigungsfeier für Gaddafi-Sohn Saif al-Arab

Am 30. April waren bei einem NATO-Luftangriff in Tripolis nach Angaben des Regimes der jüngste Sohn Gaddafis, Saif al-Islam, und drei Enkelkinder des Machthabers getötet worden. Gaddafi selbst und seine Frau seien unverletzt geblieben. Vorwürfe der libyschen Regierung, es habe sich um einen gezielten Angriff auf Gaddafis Leben gehandelt, wies die NATO zurück. Sie greife nur militärische Ziele an.

Gestützt auf ein Mandat des UN-Sicherheitsrates greift seit Mitte März eine internationale Koalition mit Luftangriffen in den Konflikt in Libyen ein, um die Zivilbevölkerung vor der Gewalt des Regimes zu schützen. Ende März übernahm die NATO das Kommando über die Militäroperationen.

750.000 Libyer geflohen

Nach Angaben der Vereinten Nationen wird die humanitäre Situation in Libyen immer prekärer. Seit Beginn der Kämpfe zwischen den Aufständischen und den Truppen Gaddafis seien fast 750.000 Menschen aus dem nordafrikanischen Land geflohen, teilte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos im Weltsicherheitsrat in New York mit. Weitere 65.000 Libyer seien innerhalb des Landes auf der Flucht.

Flüchtlinge in Pick-Up-Wagen aus Libyen vor der Grenze zu Tunesien (Foto: AP)

Flüchtlinge aus Libyen vor der Grenze zu Tunesien

Für viele gebe es kaum Nahrung und Wasser und nur unzureichende medizinische Hilfe. Versorgungsengpässe lähmten ganz Libyen und bedrohten vor allem die Ärmsten und Schwächsten, erklärte die britische Diplomatin weiter. Sie forderte eine Waffenruhe, damit Hilfsgüter verteilt werden könnten. Zuverlässige Angaben über die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Kämpfe seien nicht möglich, sagte Amos.

Autor: Michael Wehling (dpa, afp, rtr)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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