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Politik

Nationalkonferenz verlangt Rückzug von El Sadr

Delegierte der irakischen Nationalkonferenz haben im Konflikt zwischen US-Truppen und dem Schiitenprediger El Sadr in Nadschaf einen Vermittlungsvorschlag vorgelegt. El Sadr begrüßte den Vorschlag.

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El Sadrs Miliz hält die Imam-Ali-Moschee besetzt


Die irakische Nationalkonferenz hat den radikalen schiitischen Prediger Muktada al Sadr zum Rückzug seiner Miliz aus der belagerten Imam-Ali-Moschee in Nadschaf aufgerufen. Die Delegierten stimmten am Montag (16.8.2004) mehrheitlich dafür, eine Delegation in die umkämpfte Pilgerstadt zu schicken, um El Sadr zur Beendigung seines Widerstands gegen amerikanische und irakische Soldaten zu bewegen. Der Beschluss ging auf einen Vorschlag des schiitischen Geistlichen Hussein El Sadr zurück, einem entfernten Verwandten von

Muktada el Sadr.

Anschläge zum Auftakt der Konferenz

Bei neuen Kämpfen in Nadschaf wurden am Sonntagabend - am ersten Tag der Nationalkonferenz - zwei US-Soldaten getötet. Ihre Einheit sei von El Sadrs Mahdi-Miliz angegriffen worden, teilte eine Militärsprecherin am Montag mit. Am Wochenende waren Friedensverhandlungen zwischen Milizionären und der irakischen Regierung gescheitert. Daraufhin kam es zu Gefechten im Bereich des Friedhofs, der die Imam-Ali-Moschee umgibt, den bedeutendsten Schrein der Schiiten. Die Kämpfe drohten auch den Erfolg der Nationalkonferenz in Bagdad zu gefährden, zu der am Sonntag rund 1300 Delegierte aus den 18 irakischen Provinzen zusammengetreten waren.

Am Montag nahmen zum ersten Mal auch einige von al Sadrs Gefolgsleuten an der Konferenz teil, wie aus Delegiertenkreisen verlautete. "Die Tür für eine Beteiligung am freien politischen Prozess steht für alle Iraker weit offen, ungeachtet ihrer Religion und ihres ethnischen Hintergrunds", erklärte Hussein el Sadr. Im Hinblick auf die Situation in Nadschaf sagte er: "Wir fordern Muktada el Sadr auf, sich aus dem heiligen Schrein zurückzuziehen,

weil dieser nicht Eigentum einer Einzelperson ist. Er gehört allen."

El Sadr ist gesprächsbereit

Ein Sprecher des radikalen Predigers begrüßte in Nadschaf den Vermittlungsvorschlag. El Sadr sei zu Verhandlungen bereit. Der Schiitenprediger hatte in der Vergangenheit mehrfach erklärt, dass er sich mit seinen Milizen aus der Moschee zurückziehen werde, wenn schiitische Kräfte die heilige Stätte kontrollierten.

Die Nationalkonferenz soll einen rund hundert Mitglieder umfassenden Nationalrat bestimmen, der als Übergangsgremium unter anderem die für Januar kommenden Jahres geplanten Wahlen vorbereiten soll. Die Ratsmitglieder sollen den Haushalt 2005 bewilligen, können ihr Veto gegen Gesetze einlegen und Minister befragen sowie beim Tod des Präsidenten oder Vizepräsidenten deren Nachfolger bestimmen. (ali)

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