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Deutschland

Nationaler Plan fördert Elektromobilität

Rund 500 Millionen lässt die Bundesregierung sich die Erforschung und Förderung von Elektromobilität kosten. Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos unterwegs sein. Nun werden die ersten Ergebnisse vorgestellt.

Elektroauto vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Foto: dpa)

Immer mehr Elektroautos sollen bald unterwegs sein

Am Montag (08.11.2010) präsentierte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle den vorläufigen Stand des Projekts Informations- und Kommunikationstechnologie für Elektromobilität. Die Forschungsarbeit ist Teil des im August 2009 vom Bundeskabinett verabschiedeten "Integrierten Energie- und Klimaprogramms". Es umfasst vor allem Fördermaßnahmen für die Zell- und Batterieforschung.

Brüderle forderte die Industrie und Wissenschaft in Deutschland zu stärkeren Anstrengungen bei der Entwicklung von Elektroautos auf. "Wir dürfen die Geschwindigkeit der Entwicklung nicht unterschätzen", sagte er in Leipzig zum Auftakt des Kongresses des Elektrobranchen-Verbands VDE.

Vier Gründe

Der Motorraum eines Elektroautos (Foto: DW)

Weg vom Verbrennungsmotor

Bei ihrem ehrgeizigen Plan wird die Bundesregierung von vier Gründen geleitet: So soll der Schadstoffausstoß in Deutschland durch Elektroautos drastisch gesenkt werden. Das wird durch eine größer werdende Zahl von Autos ohne Verbrennungsmotoren dann erreicht, wenn die Herstellung des benötigten Stroms keinen oder weniger Schadstoff verursacht als die bisherigen Autos.

Kritiker wie Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger halten das Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektroautos bis 2020 für nicht "berauschend", wenn man überlege, "dass dann 50 bis 60 Millionen Fahrzeuge in Deutschland unterwegs sein werden". Andere Länder wie Frankreich zeigten sich hier ehrgeiziger.

Zweitens sollen in dieser Branche mittelfristig rund eine Million – möglichst sozialversicherungspflichtige – Arbeitsplätze entstehen. "E-Mobilität" gilt in der Regierung nicht nur als wirksames Umweltprojekt, sondern auch als Jobmaschine. Zum Dritten soll die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert werden; die Vorräte an Öl und Gas sinken beständig, eine Verknappung und damit Verteuerung ist absehbar. Und: Die Bundesrepublik Deutschland will "Leitmarkt für Elektromobilität" werden.

Weltmarkt im Visier

Eine Elektrokabel an ein Auto angeschlossen (Foto: AP)

Herausforderung Tanken

Wie in anderen Branchen auch, setzt die Regierung auf das technische Know-how deutscher Firmen und deren weltweit guten Ruf. Aber das allein dürfte nicht genügen. Deshalb werden im Rahmen des Konjunkturpaketes II 500 Millionen Euro in die Erforschung und Förderung der Elektromobilität investiert.

Um eine führende Stellung auf dem zukünftigen Weltmarkt zu erreichen und anschließend zu festigen, geht es vor allem um die Entwicklung von leistungsstarken Zellen und Batterien. Ebenso bedeutend sind der Ausbau der Netze, die Suche nach Lösungen für das Recycling von alten Batterien und die Schaffung von Kompetenzzentren, in denen gut ausgebildete Mitarbeiter anzufinden sind.

Neue Infrastruktur

Ladestationen für Elektroautos (Foto: DW)

Die Zapfsäule der Zukunft?

Weitere Herausforderungen bringen die Vorteile der neuen Technik mit sich: Elektroautos machen keinen Lärm und tanken kein Benzin, dem muss sich die Verkehrsinfrastruktur anpassen. In einer Übergangsphase soll die Elektromobilität in den herkömmlichen Straßenverkehr integriert werden, so sieht es der Entwicklungsplan der Bundesregierung vor.

Vor allem der flächendeckende Aufbau von Ladestationen für Elektroautos muss vorangetrieben werden. Dazu gibt es Förderschwerpunkte, die sich auch mit Informations- und Kommunikationstechnologie beschäftigen. Sie soll gewährleisten, dass Elektro- und Hybridfahrzeuge in die bestehenden Energie- und Verkehrsnetze integriert werden.

Autor: Matthias von Hellfeld

Redaktion: Michael Borgers / Kay-Alexander Scholz

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