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Flüchtlinge in Deutschland

Nationaler Integrationspreis geht nach Altena

So klappt es mit der Integration: Für jede Flüchtlingsfamilie ein eigener "Kümmerer" und die Unterbringung in Wohnungen mit Nachbarschaftskontakt. Für dieses Konzept ist jetzt die Stadt Altena ausgezeichnet worden.

Deutschland Flüchtlinge in Altena (picture-alliance/dpa/B. Thissen)

Altena, auch bekannt durch seine Burg, tut viel für Flüchtlinge - und wird jetzt dafür geehrt

Die nordrhein-westfälische Kleinstadt im Sauerland erhielt den ersten Nationalen Integrationspreis der Bundesregierung. Integration gelinge dort am besten, wo Menschen sich aufeinander einließen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Preisübergabe im Bundeskanzleramt in Berlin.

Die Ehrenamtlichen der zahlreichen Integrations-Initiativen erwiesen Deutschland einen besonderen Dienst. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis solle das vorbildliche Engagement in aller Öffentlichkeit würdigen, fuhr die Kanzlerin fort: "Wir wollen sichtbar machen, wie und dass Integration gelingen kann."

Ehrenamtliche Lehrer und "Kümmerer"

Die Stadt Altena bei Lüdenscheid mit gut 17.000 Einwohnern bündele in enger Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen wirksame Instrumente zur Integration, heißt es in der Begründung der Jury für den Nationalen Integrationspreis. Verwiesen wurde auf die Unterbringung von Flüchtlingen in eigenen Wohnungen statt Massenunterkünften, Sprachvermittlung durch ehrenamtliche Lehrer und sogenannte "Kümmerer" für Flüchtlingsfamilien.

Die Vergabe eines nationalen Preises im Bereich Integration hatte die Bundesregierung vor rund einem Jahr beschlossen. 33 Institutionen konnten dafür Vorschläge einreichen. Altena wurde vom Deutschen Städte- und Gemeindebund vorgeschlagen. Über den Preisträger entschied eine mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens besetzte Jury unter Vorsitz des früheren Leiters der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise.

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Beispielhaft: Kleinstadt integriert Flüchtlinge

Dem Gremium gehören auch die Integrationsforscherin Naika Foroutan, der Autor Ahmad Mansour, der Schauspieler Elyas M'Barek und die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) an.

Die Burgstadt im Sauerland hatte auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Oktober 2015 bereits für Schlagzeilen gesorgt. Damals nahm sie 102 Flüchtlinge mehr auf als die ihr ohnehin bereits zugewiesenen 270 Menschen.

Auch an sich selbst gedacht

Altena machte dies auch mit einem eigennützigen Ziel: Keine westdeutsche Stadt war in den vergangenen Jahren so schnell geschrumpft - nach Altena sollten Flüchtlinge kommen, die auch dauerhaft bleiben dürfen. Nach einem mehr als 20 Jahre andauernden Bevölkerungsrückgang stieg die Bevölkerungszahl 2015 als Folge der Flüchtlingsaufnahme erstmals wieder leicht an.

Altena gehört allerdings auch zu den Städten, in denen es einen Brandanschlag gegen eine von Flüchtlingen bewohnte Wohnung gab. Die von einem Nachbarn im Oktober 2015 verübte Tat blieb aber folgenlos. Der Bürgermeister erhielt Medienberichten zufolge außerdem mitunter Beschimpfungen, die so massiv waren, dass er vereinzelt die Polizei einschaltete.

haz/pab (epd, afp, dpa)

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