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Sport

Natalie du Toit: Vom Trauma zum Traum

Als erste Unterschenkel-Amputierte bei olympischen Spielen startete die Südafrikanerin beim Langstreckenschwimmen über 10 Kilometer.

Die unterschenkel-Amputierte Natalie du Toit wartet sitzend auf den Start des olympischen Langstreckenschwimmrennens über 10 km. Quelle: dpa

Mit nur einem Bein in der Weltspitze

"Ich habe mein Bein verloren. Ich habe mein Bein verloren …" Immer wieder murmelte Natalie du Toit diesen Satz vor sich hin, als sie an jenem verhängnisvollen Morgen im Jahr 2001 in Kapstadt auf der Straße lag. Mit dem Motorroller hatte sie sich nach dem Training in der Schwimmhalle auf den Weg zur Schule gemacht. Eine Autofahrerin, die aus einer Parklücke scherte, passte nicht auf, traf mit voller Wucht Natalies linkes Bein. Es musste oberhalb des Knies amputiert werden.

"Im Wasser sind wir alle gleich"

Bis zu ihrem Unfall galt Natalie du Toit als Schwimmtalent mit großer Zukunft. Nur knapp hatte sie die Qualifikation für die olympischen Spiele 2000 in Sydney verpasst. Und jetzt alles aus, vorbei, das Ende einer Karriere? Die junge Sportlerin wollte sich nicht damit abfinden. Nur vier Monate nach ihrer Operation sprang sie wieder ins Schwimmbecken. Ein Jahr später, 2002, schaffte sie es als Einbeinige ins 800-Meter-Freistilfinale der Commonwealth-Spiele - eine historische Leistung. "Behindert fühle ich mich nur, wenn ich vor dem Start meine Beinprothese abnehme", sagt die Südafrikanerin. "Im Wasser sind wir alle gleich."

Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier

Das Ticket für die olympischen Spiele 2004 in Athen konnte Natalie du Toit zwar nicht lösen. Bei den Paralympics aber sammelte sie fünf Goldmedaillen und eine silberne. Weil sie als Beinamputierte gegenüber ihren nicht behinderten Konkurrentinnen Nachteile bei den ständigen Wenden im Becken hatte, wechselte sie zu den Langstreckenschwimmerinnen. Bei der Weltmeisterschaft in Sevilla in Spanien wurde du Toit über 10 Kilometer sensationell Vierte und qualifizierte sich damit für die Olympischen Spiele in Peking. Dort durfte sie bei der Eröffnungsfeier auch die südafrikanische Fahne tragen.

"Ein Traum ist für mich wahr geworden", sagte die 24-Jährige nach dem 16. Platz im olympischen Rennen, um gleich hinzuzufügen: "Ich habe mehr drauf". Natalie du Toit wird im September auch bei den Paralympics in Peking starten.

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