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Sprachbar

Nase

Kaum ein anderer Körperteil muss so häufig als Objekt des Spotts herhalten wie die Nase. Aber mit ihr kann man sich auch wehren: Machen Sie dem Spötter doch einfach eine lange Nase oder führen Sie ihn an der Nase herum.

Sie springt hervor und bleibt dennoch an ihrem Ort. Rechts und links befinden sich an ihrem untersten Teil zwei Flügel, die im Erregungszustand zu zittern beginnen oder sich wie ein Segel im Wind blähen. Außerdem verfügt sie über einen Rücken. Sie hat auch eine Wurzel. Die befindet sich nicht, wie zu vermuten wäre, unten, sondern oben, zwischen den Augen. Zwei Öffnungen, die im Allgemeinen schlicht als Löcher bezeichnet werden, tun sich rechts und links von ihrer Spitze auf, die sich allerdings auch unten befindet. Diesem merkwürdigen Gebilde wird Halt durch einen Knochen gegeben, der Bein heißt. Wir wollen Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, nicht etwa an der Nase herumführen, sondern ganz im Gegenteil, Ihnen etwas über die selbige erzählen.

Ein wunderbares Objekt für Witzbolde und Wortspielfreunde

Die Nase ist – sprachlich gesehen – eine wahre Fundgrube, ein Ort, an dem sich die Metaphern auf engstem Raum tummeln. Nehmen wir als ein Beispiel dafür die Nasenflügel oder auch das Nasenbein. Was hat Flügel und kann nicht fliegen? Die Nase. Was hat ein Bein und kann nicht gehen? Die Nase. An diesen Scherzfragen sieht man ganz deutlich, was übertragene Bedeutungen, und im Fall der Nase, Metaphern sind.

Zwar kann die Nase nicht gehen, aber gerade um diese Jahreszeit läuft vielen Menschen die Nase, sprich, sie haben Schnupfen. Da sind Taschentücher, im Süddeutschen und Schweizerischen sagt man auch "Nastücher", gefragt. Man kann auch mit Nasensprays dem Schnupfen zu Leibe rücken, allerdings mahnen die Ärzte hier zur Vorsicht. Mit Nasenheilkunde können wir uns aber nicht befassen, denn so ein Stichwort ist kurz und die Nase nicht unbedingt lang, aber es gibt viel über sie zu erzählen, und sie erscheint, jetzt zitieren wir ein Wörterbuch, in einer Unmenge von Redensarten.

Vom Tragen, Fallen und Liegen

Es geht los: Wer die Nase hoch trägt, ist ein eingebildeter Affe, ist hochnäsig und rümpft seine Nase recht gern und häufig über andere; denn man selbst oder auch frau ist halt was Besseres. Mitunter kann man jemandem auch an der Nasenspitze ansehen, wie es ihm geht. "Die Nase als Trägerin des Gemütsausdrucks" heißt es dazu in einem alten Lexikon.

Die Nase als vorspringender Teil des Gesichts, ob es nun die Adler- oder Habichtsnase, die Kartoffel- oder Stupsnase oder, ganz derb, die Gurke oder der Zinken ist, die Nase also ist es, auf die man – sprichwörtlich – fällt, wenn etwas schief gegangen ist. Wer auf der Nase liegt, ist krank und muss das Bett hüten. Das kann auch Vorteile haben, denn während dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem auf der Nase herumgetanzt wird, ziemlich gering.

Wozu die Nase nicht alles dienen kann …

Sicherlich haben Sie auch schon den Ausdruck gehört, dass jemand mit der Nase auf etwas gestoßen wurde. Nun ist die Nase ja wie ein Wegweiser zwischen den Augen platziert; wenn also etwas direkt vor einem liegt, im übertragenen Sinne versteht sich, kann man von einem energisch wohlwollenden Mitmenschen gleichsam mit der Nase darauf gestoßen werden. Und wenn es immer geradeaus geht, kann man auch sagen: "immer der Nase nach".

Nun dürfen wir ja bei einem Stichwort über die Nase deren Hauptaufgabe nicht unerwähnt lassen. Schließlich ist sie unser Geruchsorgan. "Ein feines Näschen" oder "einen guten Riecher haben" heißt allerdings nicht, dass da jemand feinste Düfte unterscheiden kann – dies wohl auch, in erster Linie aber ist damit das Gespür für etwas, was auf einen zukommt, gemeint.

Narretei mit Nasen

Wer ahnt, was kommen wird, der kann den anderen dann bei passender Gelegenheit eine lange Nase machen. Wie das geht? Die Finger beider Hände spreizen und dann den Daumen der einen Hand an die Nasenspitze setzen. Diese Spottgebärde hat eine jahrhundertealte Tradition. Und damit sind wir bei den Narren. In Sebastian Brants "Narrenschiff", einer Ende des 15. Jahrhunderts erschienenen Moralsatire, trugen die Narren lange wächserne Nasen. Es gibt unzählige bildhafte Darstellungen langer Nasen. Bei Wilhelm Busch etwa oder im "Struwwelpeter".

Heutige Narren spotten nicht mehr mit Nasen aus Wachs; sie stülpen sich entweder Pappnasen über ihren Riechkolben oder klemmen geschlitzte Schaumstoffkugeln auf die Nasenspitze. Diese knallroten Dinger, zum ersten Mal in der Karnevalshochburg Köln gesichtet, sind zwar federleicht und praktisch, führen aber beim Sprechen, wie man hört, zu jener lautlichen Verfärbung, die im allgemeinen als "näseln" bezeichnet wird. Das kommt daher, weil die bereits erwähnten Nasenflügel ein bisschen zusammengedrückt werden.

Ein Ende mit Neugier

Noch ein Wort zu "naseweis"? Bitteschön. Es bedeutet ursprünglich: "mit der Nase die Spur weisend". Das machen im Allgemeinen die Spürhunde. Wer – als Mensch – seine Nase in alles steckt, allem nachschnüffelt, alles wissen will, ist naseweis. So, und jetzt lassen wir uns keine Würmer mehr aus der Nase ziehen.

Fragen zum Text:

Was hat die Nase nicht?

1. ein Bein

2. einen Rücken

3. eine Hand

Geht es immer der Nase nach, so führt der Weg …

1. bis zu einem Bauernhof.

2. weiter geradeaus.

3. durch einen dunklen Wald.

Im Karneval tragen Narren häufig ein rote …

1. Wachsnase.

2. Pappnase.

3. Holznase.

Arbeitsauftrag:

Die Nase hat Flügel, sie kann laufen oder man kann mit ihr auf etwas gestoßen werden. Suchen Sie weitere metaphorische Begriffe oder Redewendungen, die mit der Nase oder anderen Körperteilen zu tun haben, und erklären Sie ihre Bedeutung.

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