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Wirtschaft

Nasdaq Deutschland schließt

Nach weniger als einem Jahr wird der deutsche Ableger der US-Technologiebörse Nasdaq geschlossen: Zu wenig Umsatz in einer Zeit, in der viele Deutsche sich wieder enttäuscht von der Börse verabschiedet hatten.

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Erfolgreich in den USA, erfolglos in Europa: die Nasdaq

Der Handels an der erst im März an den Start gegangenen Börse Nasdaq Deutschland wird Ende August bis auf weiteres ausgesetzt. Nach einer außerordentlichen Sitzung der Anteilseigner habe man sich zum 29. August zu diesem Schritt entschlossen, teilte der Vorstand von Nasdaq Deutschland am Dienstag (12.8.2003) mit. Dem deutschen Anbieter widerfuhr also das gleiche Schicksal wie dem europäischen Ableger der US-Börse: Ende Juni wurde bekannt, dass Nasdaq Europe mit Sitz in Brüssel nach gut zwei Jahren geschlossen werden soll.

Keine Gewinne

Nasdaq Europe war im März 2001 aus der Brüsseler High-Tech-Börse Easdaq entstanden. Im März 2003 hatte die Nasdaq dann mit der Dresdner Bank, der Commerzbank, der comdirect bank sowie der Börse Berlin-Bremen Nasdaq Deutschland als eigenständigen Ableger gegründet. Deren Anteile werden an die BWB Holding übertragen, teilte die Nasdaq weiter mit. Die BWB Holding ist die Trägergesellschaft der Bremer Börse

Ziel der fünf Partner war eigentlich, bis 2006 auf einen Marktanteil von 15 Prozent zu kommen und hinter der übermächtigen Deutschen Börse in Frankfurt die Nummer zwei zu werden. Gewinne sollten "bei günstiger Marktentwicklung" schon 2004 geschrieben werden. Davon ist längst keine Rede mehr. Das liegt zum einen an den geringen Umsätzen, die trotz eines leichten Aufschwungs an den Aktienmärkten bei weitem nicht das Niveau des Vorjahres erreicht haben. Im Juni waren es bei der Nasdaq Deutschland gerade mal 147 Millionen Euro.

Konzentration auf den US-Markt

Aufgrund des bislang wenig erfolgreichen Auslands-Aktivitäten der US-Börse gehen Experten davon aus, dass sich die US-Börse künftig auf ihren Heimatmarkt konzentrieren wird. Neben Brüssel hat sich die Nasdaq auch aus Tokio bereits wieder verabschiedet. Finanziell ist die Schließung für alle Beteiligten keine Katastrophe. Das Eigenkapital beläuft sich nur auf zwölf Millionen Euro. Allerdings ist damit ein erheblicher Imageschaden verbunden. (mik)

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