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Welt

Namibia - Streiks und Arbeitskonflikte

"When you can’t deal with those feelings anymore..." Eine Sendung über Streiks und Arbeitskonflikte in Namibia

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Katrin Ogunsade von der DW und Nolito Marques von NBC bei der Schlussproduktion ihrer Sendung

"Wir sind mit dem Geld einfach nicht zurecht gekommen. Aber der Arbeitgeber ließ nicht mit sich verhandeln." Der 55jährige Jacobus hat 22 Jahre auf einer Farm in der Nähe der namibischen Hauptstadt Windhuk gearbeitet. Das Gehalt von umgerechnet 70 Euro hat gerade dazu gereicht, die sieben Kinder zur Schule zu schicken. Zum Leben blieb nicht mehr viel übrig. Vor kurzem ist Jacobus vom Besitzer der Farm entlassen worden. Gemeinsam mit den anderen elf Arbeitern hatte er am Independence Day, dem Nationalfeiertag, auf einem halben Tag Urlaub bestanden. So wie es allen anderen Arbeitern im Land auch zusteht. Doch der Arbeitgeber blieb hart und sagte: "Wer nicht bereit ist, den ganzen Tag zu arbeiten, kann gehen".

Nun lebt Jacobus mit seiner Familie im Township Katutura. Gemeinsam bewohnen sie einen kleinen Raum in einem baufälligen Häuschen. 27 Menschen leben dort und teilen sich die vier Zimmer. Elektrizität gibt es keine. Nur zwei von den Hausbewohnern haben ein festes Einkommen. Man teilt mit den anderen 25 so viel man kann, ansonsten hofft man auf die Unterstützung von Angehörigen und Freunden.

Das Schicksal von Jacobus ist kein Einzelfall. Konflikte am Arbeitsplatz werden häufig nicht verhandelt, was in vielen Fällen zu Streiks führt. Allein seit 1997 hat es in Namibia über 80 Streiks gegeben. Die Konsequenzen waren oft Massenentlassungen. Die davon betroffenen Arbeiter haben häufig keine andere Perspektive. Eine neue Anstellung zu finden ist sehr schwierig. Die Arbeitslosenrate ist hoch, liegt bei 40 %.

Das Koproduktionsteam hat mit Arbeiten und Arbeitgebern über Ursachen und Wirkungen von Konflikten und Streiks gesprochen und stellt das Engagement einzelner Organisationen dar, die versuchen bei Konflikten zu vermitteln. Reporter waren Nolito Marques von der Namibian Broadcasting Corporation in Windhuk und Katrin Ogunsade von Seiten der DW.

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