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Pressemitteilungen

Nahostexperte: Urheberschaft von Botschafts-Attentat nicht geklärt

Michael Lüders im Interview von DW-WORLD.DE

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"Die Botschaft der Täter war in erster Linie an den Westen gerichtet, vor allem an die USA, aber auch an das syrische Regime": Michael Lüders, hier bei einer Veranstaltung in der DW-Zentrale

Der Nahost-Experte Michael Lüders geht davon aus, „dass radikale Islamisten, die möglicherweise aus dem Irak nach Syrien eingesickert sind“, am Dienstag den Anschlag auf die US-Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus verübt haben. In einem Interview von DW-WORLD.DE sagte Lüders: „Die Botschaft der Täter war in erster Linie an den Westen gerichtet, vor allem an die USA, aber auch an das syrische Regime nach dem Motto ‚Wir haben euch genauso im Visier wie die Amerikaner’.“

Die syrische Regierung habe begriffen, „dass sie einen neuen Feind hat, nämlich radikale Islamisten. Diese wurden in der Vergangenheit brutal unterdrückt. Jetzt sind sie wieder da und stellen eine ernste Herausforderung für das syrische Regime dar. Vor allem dadurch, dass im Irak ein Hinterland ist, wo syrische Extremisten in der Waffentechnik ausgebildet werden.“ Von dort aus könnten sie jederzeit nach Syrien einsickern, so der Islamwissenschaftler. Die Regierung in Damaskus habe den bewaffneten Widerstand im Irak „offiziell eher verurteilt als unterstützt“. Tatsächlich habe es „immer wieder die Bereitschaft der Regierung gegeben, bewaffnete Grup-pierungen im Irak zu unterstützen“. Lüders schloss nicht aus, dass „dadurch mittlerweile eine Situation entstanden ist, die außer Kontrolle geraten ist“. Sollte dies zutreffen, „wäre das ein erster Hinweis darauf, wie sehr die schwierige Sicherheitslage im Irak auch die Sicherheit der Nachbarstaaten bedroht. Heute ist es Syrien, morgen vielleicht Jordanien oder die Türkei.“

13. September 2006
243/06

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  • Datum 13.09.2006
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