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Aktuell Asien

Nahost-Verbot für Indonesier

Aus Protest gegen Misshandlungen und schlechte Arbeitsbedingungen will Indonesiens Regierung keine Landsleute mehr in insgesamt 20 Länder der Nahost-Region ziehen lassen.

Honkong, Mitte Februar: Das indonesische Dienstmädchen Erwiana Sulistyaningsih verlässt das Gerichtsgebäude, wo gegen ihre Arbeitgeberin verhandelt wurde. Von dieser war Sulistyaningsih regelrecht gequält worden - etwa durch Schlafentzug, schwere Schläge und auch äußerst kärgliches Essen. Die Chefin erhielt sechs Jahre Haft (Foto: Getty Images/AFP/P. Lopez)

Das in Hongkong misshandelte indonesische Dienstmädchen Erwiana Sulistyaningsih (M.)

Konkret geht es um die Indonesier, die in Saudi-Arabien, Ägypten, Katar oder noch 17 anderen Ländern als Hausangestellte arbeiten wollen. Dorthin dürften Vermittlungsagenturen bald keine indonesischen Bürger mehr schicken, teilte die Regierung in der Hauptstadt Jakarta mit. In Saudi-Arabien waren im April zwei Indonesierinnen wegen Mordes hingerichtet worden.

Zwei Millionen Indonesier im Nahen Osten

Im Nahen Osten arbeiten nach Schätzungen der Regierung zwei Millionen Indonesier. Allein im vergangenen Jahr vermittelten Agenturen 400.000 weitere ins Ausland, ein Viertel davon in den Nahen Osten. Die Indonesier sind dort beliebt, weil sie ebenfalls überwiegend Muslime und dadurch mit islamischen Haushalten vertraut sind.

Viele Angestellte würden schlecht behandelt und schlecht bezahlt, kritisiert Indonesiens Arbeitsminister Hanif Dhakiri. Manche Arbeitgeber ließen die Angestellten am Ende ihres Vertrages nicht in die Heimat zurück. Viele bekämen nicht mehr als umgerechnet 185 Euro im Monat. "Die Regierung kann die Entsendung verbieten, wenn die Arbeit als entwürdigend für die Angestellten angesehen wird und damit die nationale Würde verletzt."

Spektakulärer Fall in Hongkong

Immer wieder werden Fälle publik, in denen Dienstmädchen aus Ländern wie Indonesien oder den Philippinen misshandelt und ausgebeutet werden. Ende Februar war eine Hongkongerin wegen schwerer Misshandlung ihres indonesischen Hausmädchens Erwiana Sulistyaningsih zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht in der chinesischen Sonderverwaltungszone hatte die damals 44-jährige Arbeitgeberin unter anderem der Körperverletzung und Demütigung für schuldig befunden

sti/uh (afp, dpa, epd)