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Wirtschaft

Nahost-Krise und Ölpreise drücken auf Stimmung

Die deutschen Aktien haben am Dienstag bei sehr geringen Umsätzen vielfach Kursverluste verbucht. Der Deutsche Aktienindex gab um 86 Punkte auf 5311 nach. Am Neuen Markt fiel der NEMAX 50 um 2,2 Prozent auf 1006 Punkte.

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Lässt auch die Finanzwelt nicht ungeschoren - die Krise in Nahost

Die Krise im Nahen Osten sorge an den Finanzmärkten weltweit für Verunsicherung, sagten Händler. Zudem schüre der starke Anstieg des Ölpreises die Sorge, dass der langsam in Schwung kommende Konjunkturmotor ins Stocken gerate. "Das alles lastet auf den deutschen Märkten, und die Anleger nehmen ihre Gewinne mit".

Dennoch seien viele Kursbewegungen wenig aussagekräftig. Da sich viele Marktteilnehmer noch in den Ferien befänden, sei die Beteiligung sehr gering. Entsprechend könnten bereits geringe Verkaufs- oder Kaufaufträge zu starken Kursausschlägen führen. Für eine negative Überraschung sorgten auch die Auftragseingänge der US-Industrie, die im Februar überraschend gesunken waren.

SAP und Lufthansa unter Druck

Papiere des Softwareherstellers SAP standen als grösster Verlierer im Dax unter Druck, nachdem der US-Wettbewerber PeopleSoft seine eigenen Gewinnziele verfehlt hatte. Zudem hatte die Deutsche Bank den SAP-Titel von ihrer europäischen Empfehlungsliste genommen. Die Papiere verbilligten sich daraufhin um 5,2 Prozent.

Stark gaben auch die Papiere der Lufthansa ab. Der hohe Ölpreis lasse die Kosten für Flugbenzin steigen, sagte ein Händler. «Zusammen mit der niedrigen Passagierauslastung verschärft sich die Situation für das Unternehmen». Die Papiere der Fluggesellschaft gaben um 3,3 Prozent nach.

"Defensive Titel" gefragt

Gefragt waren so gennante defensive Titel wie die des Pharmakonzerns Bayer mit plus 2,7 Prozent, BASF mit plus 1,4 und Schering mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent. Auch Linde-Aktien haben sich gegen den negativen Trend im DAX gestemmt. Papiere des Industriegaseherstellers stiegen um fast ein halbes Prozent.

'Der Titel profitiert von positiven Kommentaren von Lehman Brothers', sagte ein Frankfurter Händler. Die US-Investmentbank hatte ihr Kursziel für die Linde-Aktie von 45,00 auf 65,00 Euro erhöht. Während die Analysten von Lehman Brothers für 2002 ihre Gewinnerwartung um 1 Cent auf 3,63 Euro senkten, setzten sie sie für 2003 von 3,94 auf 4,38 Euro hinauf. Nach einem Gespräch mit dem Vorstand erschienen die Ertragsaussichten rosiger als bislang vermutet.

Ehemaliger ComRad-Chef verhaftet

Der frühere Chef und Firmengründer des skandalgebeutelten Telematik-Anbieters ComRoad, Bodo Schnabel, ist verhaftet worden. Es bestehe der Verdacht des Kursbetrugs yn 16 Fällen, bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Manfred Wick am Dienstag in München einen Bericht des Anlegermagazins 'Börse Online'. Schnabel war Anfang März bereits vom Aufsichtsrat nach Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzprüfung fristlos entlassen worden.

Börse im Aufwärtstrend?

Die Deutsche Börse hat trotz der Krise an den Finanzmärkten im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt und strebt 2002 weiteres Wachstum an. Umsatz und operatives Ergebnis sollen um 10 bis 15 Prozent steigen, teilte die Börse am Dienstag in Frankfurt mit.

"Wir erwarten ein Wachstum in allen Segmenten und eine Wiederbelebung am Aktienmarkt", sagte Finanzvorstand Mathias Hlubek. Im vergangenen Jahr verdankte die Börse ihr Rekordergebnis vor allem dem florierenden Handel an der Terminbörse Eurex. Das bestätige die Strategie der Börse, auf unterschiedliche Ertragsquellen zu setzen, erklärte Hlubek. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 760,3 Millionen Euro. Der Vorsteuer-Gewinn kletterte um neun Prozent auf 319,2 Millionen Euro.

Aprilscherz auch an der Börse

Spekulationen über ein Übernahmeangebot der Deutschen Börse an die Londoner Börse LSE bezeichnete Vorstandschef Werner Seifert als Aprilscherz. Von Übernahmeplänen hatte der 'Sunday Telegraph' am Wochenende unter Berufung auf Bankenkreise berichtet.

Die Durchschnittsrendite stieg um sechs Basisstellen auf 5,15 Prozent.

Die Schlusskurse wie immer und alles andere ohne Gewähr:

Wertpapier Kurs Veränderung

adidas-Salomon 82,85 (+ 0,16)
Allianz 270,55 (- 2,45)
BASF 47,25 (+ 0,60)
Bayer 39,90 (+ 1,05)
HypoVereinsbank 41,30 (- 0,70)
BMW 45,37 (- 0,26)
Commerzbank 20,27 (- 0,40)
DaimlerChrysler 51,00 (- 1,30)
Degussa 37,60 (+ 0,41)
Deutsche Bank 73,77 (- 0,17)
Deutsche Post 16,98 (- 0,16)
Deutsche Telekom 16,70 (- 0,57)
E.ON AG 58,13 (- 0,22)
EPCOS 51,82 (- 1,10)
Fresenius Med. Care 67,50 (- 2,34)
Henkel 70,70 (- 0,05)
Infineon Techno 25,02 (- 0,96)
Linde 57,10 (+ 0,25)
Lufthansa 16,89 (- 0,58)
MAN 28,00 (- 0,61)
Metro 38,40 (- 0,74)
MLP 75,59 (- 3,28)
Münchener Rück 283,82 (- 1,75)
Preussag 34,30 (- 0,08)
RWE 42,68 (- 0,46)
SAP 164,50 (- 9,10)
Schering 68,10 (+ 1,00)
Siemens 73,30 (- 2,70)
ThyssenKrupp 18,08 (+ 0,05)
VW 59,42 (- 1,04)

EZB-Referenzkurse ausgewählter Devisen zum Euro

US-Dollar 0,8786
Brit. Pfund 0,6109
Schw. Franken 1,4625
Japan Yen 117,20

  • Datum 02.04.2002
  • Autorin/Autor Thomas Kirschning
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  • Permalink http://p.dw.com/p/23Hw
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