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Fußball

Nadine Angerer: Ein starker Rückhalt

Gegen Nigeria bestreitet Nadine Angerer ihr 100. Länderspiel. Vor vier Jahren schrieb die deutsche Torhüterin Geschichte. Als weltweit erste Torfrau blieb sie bei einer WM ohne Gegentor.

Nadine Angerer gehört zu den Besten ihres Fachs (Foto: Kinowelt)

Nadine Angerer gehört zu den Besten ihres Fachs

Sie gehört zu den besten Fußballerinnen der Welt. Dabei war zu Beginn ihrer Laufbahn gar nicht geplant, dass sie einmal zwischen den Pfosten stehen würde. Nadine Angerer ist nämlich gelernte Stürmerin. Ihr Talent auf der Linie wurde eher durch Zufall entdeckt. Verantwortlich dafür war Christina Theune-Meyer, die damalige Bundestrainerin. Nadine Angerer erinnert sich: "Sie sagte zu mir, stürmen könne ich nicht, ich solle besser ins Tor. Da war ich erst einmal bockig, habe mich aber dann doch gefügt."

Zusätzliche Trainingseinheiten

Ihr Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gab die 32-Jährige Torfrau am 27. August 1996 im Freundschaftsspiel gegen die Niederlande. Nur ein Jahr später holte sie ihren ersten Titel. Mit Deutschland wurde Nadine Angerer Europameisterin, allerdings als Nummer zwei hinter Silke Rottenberg. Endgültig zur Nummer eins avancierte die Torfrau Anfang 2007, weil sich Rottenberg einen Kreuzbandriss zuzog.

Im Sommer 1999 wechselte Nadine Angerer zum FC Bayern München. Neben dem normalen Vereinstraining absolvierte die ehrgeizige Torfrau zusätzliche Trainingseinheiten mit Gerhard Tremmel, dem damaligen Torwart der Spielvereinigung Unterhaching. Angerer wurde so zu einer der weltbesten Torfrauen.

Nadine Angerer trainiert hart. Der Gewinn des Titels im eigenen Land wäre ihr größter Erfolg (Foto: AP)

Nadine Angerer trainiert hart. Der Gewinn des Titels im eigenen Land wäre ihr größter Erfolg

Von Schweden zurück nach Deutschland

Der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere war die WM 2007 in China. Angerer ließ kein einziges Gegentor zu und wurde zur besten Torhüterin der FIFA Weltmeisterschaft gewählt. Dies gelang zuvor weder einer Torhüterin noch einem Torhüter bei einem Weltturnier. Zudem wurde Angerer im selben Jahr mit dem "Laureus World Sports Award" in der Kategorie "Medienperson des Jahres" ausgezeichnet.

Nach der WM im "Land der aufgehenden Sonne" versuchte sie 2008 ihr Glück beim schwedischen Erstligisten Djurgården Damfotboll. Nach einer Spielzeit kehrte sie jedoch nach Deutschland zurück und unterschrieb einen Vertrag beim 1.FFC Frankfurt. Bis heute hat `Natze´ alles gewonnen, was es im Vereinsfußball zu gewinnen gibt. Sie ist mehrfache deutsche Meisterin, UEFA-Cup-Siegerin und feierte Ende März dieses Jahres ihren vierten DFB-Pokal-Erfolg.

"Wieder zu Null wäre Utopie"

Die deutsche Nummer Eins ist nur schwer zu bezwingen (Foto: AP)

Angerer ist nur schwer zu bezwingen

Trotz aller Erfolge ist Nadine Angerer immer sie selbst geblieben. Sie zählt zu den Spaßvögeln im deutschen Team. Auch OK-Präsidentin Steffi Jones zeigt sich begeistert von der 32-Jährigen: "Nadine ist eine weltklasse Torfrau, lustig und ein richtig cooler Typ." Nach der Fußballkarriere will sich die gelernte Physiotherapeutin einen lang gehegten Traum erfüllen und mit ihrem alten grünen VW-Bus von Berlin nach Kapstadt reisen.

Doch bevor Nadine Angerer sich in Richtung Südafrika aufmacht, wartet ein weiteres Karrierehighlight auf die Rekord-Torfrau: Die WM im eigenen Land. An eine Wiederholung ihrer tollen Leistung glaubt sie aber nicht. "Zu denken, dass ich das Turnier wieder zu Null spiele, wäre Utopie. Ich will erfolgreich spielen und daran werde ich alles setzen", sagt Angerer.

Autor: Thomas Klein

Redaktion: Wolfgang van Kann

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