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Afrika

Nackte Not am Horn von Afrika

Mehr als elf Millionen Menschen sind in Somalia und Umgebung wegen der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten vom Hungertod bedroht. In New York lässt das UN-Chef Ban Ki Moon nicht ruhen: "Wir können nicht länger warten."

Frauen stehen für eine Not-Ration an (Foto: AP)

Schlangestehen für das Nötigste: Hungerflüchtlinge aus Somalia

Hilfsorganisationen unter seinem Dach wie UNICEF, das Welternährungsprogramm WFP oder das Flüchtlingshilfswerk UNHCR benötigten rund 1,6 Milliarden Dollar, um den hungernden und von Seuchen bedrohten Menschen in Somalia und den Nachbarländern Kenia, Äthiopien und Dschibuti zu helfen, erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwoch (13.07.2011) im Hauptquartier der Vereinten Nationen. Bislang sei nur etwa die Hälfte dieser Summe verfügbar. Seinem weltweiten Hilfsappell vorangegangen war in New York eine Krisensitzung aller Hilfsorganisationen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Foto: AP)

Will nicht länger warten: UN-Chef Ban

Besondere Sorge bereitet UNICEF das Schicksal von zwei Millionen Säuglingen und Kleinkindern, die ohne sofortige Hilfe verhungern oder dauerhafte geistige und körperliche Schäden erleiden könnten. Dramatisch gestiegene Lebensmittelpreise und Wassermangel verschlimmerten die Lage der Menschen in dem Dürregebiet täglich weiter, warnt das Kinderhilfswerk schon seit längerem.

Immer wieder neue Hunger-Flüchtlinge

Wegen der katastrophalen Lage sind tausende somalische Familien in die Nachbarländer geflohen. Die Vereinten Nationen haben an den Grenzen Nothilfe-Stationen eingerichtet, um die erschöpften und halb verhungerten Menschen so weit möglich zu versorgen. Dadaab an der Grenze zwischen Somalia und Kenia ist das derzeit größte Flüchtlingslager der Welt mit annähernd 400.000 Bewohnern. Jede Woche kommen etwa 10.000 neue Hilfesuchende.

Somalische Hirten mit Ziegenherde (Foto: AP)

Verzweifelte Suche nach Nahrung: somalische Hirten und ihre Herden

Das Welternährungsprogramm erwägt unterdessen eine Rückkehr in die gefährlichen, von der radikal-islamischen Shebab-Miliz kontrollierten Gebiete in Somalia. Die Aufständischen, die weite Teile des Landes kontrollieren, hatten in der vergangenen Woche erstmals um internationale Hilfe gebeten und damit eine radikale Wende in ihrer Haltung zu Hilfsorganisationen vollzogen. Vor zwei Jahren verboten sie allen ausländischen Helfern die Arbeit. Das WFP zog sich daraufhin Anfang 2010 aus der Region zurück. Jetzt appelliert auch die Afrikanische Union an ihre Friedenstruppen, alles zu tun, um die Helfer in Somalia zu beschützen.

Vom Krieg vertrieben

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz beklagt aber auch die Ernährungslage in den fruchtbaren Regionen Somalias als alarmierend. Die Menschen seien wegen des jahrelangen Krieges immer wieder vertrieben worden, heißt es, und hätten deshalb ihre Felder nicht regelmäßig bestellen können. Als katastrophal wird zudem die Situation in der äthiopischen Region Dollo Ado beschrieben. Tausende seien dort im vergangenen Monat halb verhungert angekommen.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, afp, epd)
Redaktion: Sabine Faber

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