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Bildung

Nachwuchsschmiede mit Tradition

Sie ist längst ein kulturelles Markenzeichen. Denn der Name Folkwang steht für herausragendes künstlerisches Lehren, Lernen und Produzieren. Wer von dieser Uni kommt, hat wirklich gute Chancen auf einen Job.

Léa Thomen kommt aus Frankreich und ist ausgebildete Tänzerin. Aber nun studiert sie noch einmal, die junge Frau will den Master in zeitgenössischem Tanz machen - an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Wie viele ihrer Kommilitonen und Kommilitoninnen ist sie wegen eines großen Namens ins Ruhrgebiet gekommen: Pina Bausch. Die legendäre, 2009 gestorbene Tänzerin und Choreografin hat an der Folkwang studiert und dort später auch unterrichtet. In diesen Jahren hat sie den Tanzbereich mit ihren Ideen nachhaltig geprägt und damit das außerordentlich gute Renommee der Universität erneut gestärkt.

Jung und mit Tradition

Folkwang Tanzstudio 'Drops of Rain in Perfekt Days of June' von Mark Sieczkarek. Copyright: Ursula Kaufmann

Folkwang Tanzstudio "Drops of Rain in Perfekt Days of June"

Die Folkwang-Universität der Künste ist eine lebendige und junge Hochschule, die mit einem gewissen Stolz auf ihre lange Tradition zurückblickt. Gegründet wurde sie 1927 als "Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen". Die verschiedenen Künste und Disziplinen, so war seinerzeit die Idee, sollten hier unter einem Dach vereint werden, zusammen arbeiten und zusammen wirken. Und dabei wollte man sie in der Mitte einer demokratischen Gesellschaft verankern, sich also an gesellschaftlichen Realitäten orientieren und kreative Impulse setzen. Gelungen ist das bestens.

In der Region verankert

Standort Essen Werden, Alte Abtei Copyright: George Schreiber

Standort Essen Werden, Alte Abtei

Heute sind an der Folkwang rund 1400 Studierende aus nahezu allen Ländern der Erde in einem der knapp vierzig Studiengänge immatrikuliert. Sie studieren in den Bereichen Tanz, Musik, Theater, Gestaltung und Wissenschaft an Standorten in Essen, Duisburg, Bochum und Dortmund. Denn ganz im Sinne ihrer Gründungsväter hat sich die Universität der Künste fest in der Region verankert. Deren wechselvolle Geschichte spiegelt sich nicht zuletzt in den Gebäuden, in denen die Hochschule residiert. So befindet sich ihr Hauptsitz in einer barocken Benediktiner-Abtei, und der Studiengang Musical wird in einer denkmalgeschützten restaurierten Mühle unterrichtet, Tonstudios und Probenräume von Jazz-, Bigband- und Kammermusikern sind in hochmodernen Gebäuden untergebracht, der Fachbereich Gestaltung nutzt bemerkenswerte Neubauten auf dem Zechengelände des Welterbes Zollverein, und der Masterstudiengang Orchesterspiel hat seit Anfang April 2009 ein neues Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Konzerthaus Dortmund bezogen.

Optimale Studienbedingungen

Standort Essen, Welterbe Zollverein, Saana Gebäude Copyright: Folkwang Universität der Künste

Standort Essen, Welterbe Zollverein, Saana Gebäude

Technisch und personell sind die einzelnen Fachbereiche hervorragend ausgestattet, das hat sich weit über die Landesgrenzen hinaus herumgesprochen. Und der künstlerische Nachwuchs zwischen Wuppertal, Buenos Aires und Tirana weiß auch zu schätzen, dass man sich an dieser Nachwuchsschmiede im Westen der Bundesrepublik wirklich ausprobieren und finden kann. Gearbeitet wird unter Profibedingungen, und Möglichkeiten, fürs spätere Berufsleben zu lernen, gibt es jede Menge. Mehr als 300 öffentliche Veranstaltungen richtet die Folkwang-Universität der Künste alljährlich aus - auf sechs eigenen Bühnen sowie in den Kirchen, Museen, Galerien, Theatern und Zechen des Ruhrgebiets.

Gute Chancen

Folkwang Tanzstudio 'JULY' von Mark Sieczkarek. Copyright: Ursula Kaufmann

Folkswang Tanzstudio "JULY"

"In der Welt der Kunst ist es immer schwierig, genug Geld zum Leben zu haben", sagt Léa Thomsen, die Masterstudentin in zeitgenössischem Tanz. Dennoch blickt sie optimistisch in die Zukunft. Sie glaubt nämlich an sich, vertraut ihren Fähigkeiten. Auch das hat sie an der Folkwang-Universität der Künste gelernt. Und tatsächlich hat, wer aus dieser angesehenen Talentschmiede kommt, auf dem internationalen Arbeitsmarkt gute Chancen.


Autorin: Silke Bartlick
Redaktion: Gaby Reucher