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Bildung

Nachwuchsförderung ist Programm: die TU München

Mit Geldern aus dem Wettbewerb will die TU München bessere Perspektiven für Nachwuchswissenschaftler schaffen. Durch den "Tenure Track" nach US-amerikanischem Vorbild hofft sie, kluge Köpfe aus dem Ausland zu locken.

Wer in Deutschland Professor werden will, hat einen steinigen Weg vor sich - Promotion und Habilitation, Arbeitsverträge mit kurzen Laufzeiten und schlecht bezahlte Lehraufträge. Die Technische Universität München (TUM) hat sich entschieden, einige dieser Steine kurzerhand aus dem Weg zu rollen. Nach US-amerikanischem Vorbild hat sie das sogenannte Tenure-Track-Modell eingeführt.

Ausgewählte Nachwuchswissenschaftler können an der TU München innerhalb von sechs Jahren vom Assistenzprofessor bis zur eigenen Professur aufsteigen, vorbei am herkömmlichen Berufungssystem. Damit will die Uni attraktiver werden für die besten Talente aus aller Welt. Bis zum Jahr 2020 sollen auf diese Weise hundert neue Professuren geschaffen werden.

TU München gehört zu den alten Hasen unter den Elite-Unis

Haushaltsroboter Cosero Foto: DW/Gönna Ketels/DW-AKADEMIE

Zukunftsmusik? Ein Haushaltsroboter kocht das Mittagessen

Das neu eingeführte Tenure-Track-System gehört zum Zukunftskonzept "TUM. Die unternehmerische Universität", mit dem sich die TU München 2006 und 2012 im Wettbewerb um die Fördergelder von Bund und Ländern durchgesetzt hat. Wie bei den anderen zehn Exzellenzuniversitäten steht das Zukunftskonzept der TU München auf zwei Säulen: einerseits auf einer Graduiertenschule, der "International Graduate School of Science and Engineering", aus der die TUM Graduate School hervorgegangen ist, und andererseits auf den fünf Exzellenzclustern, an denen sich die Münchner TU beteiligt.

Im Münchner Forschungscluster "Cognition for Technical Systems" zum Beispiel beschäftigen sich rund hundert Forscher mit der Entwicklung von sogenannten Service-Robotern, die Menschen zuhause zur Hand gehen. Ein anderer Forschungsverbund - "Origin and Structure of the Univers" - erforscht nichts weniger als den Ursprung und Aufbau des Universums. In jedem der fünf Exzellenzcluster arbeiten Wissenschaftler der TU München gemeinsam mit ihren Kollegen aus außeruniversitären Einrichtungen.

Jeder sechste Student kommt aus dem Ausland

Fakultät Maschinenwesen, Garching. copyright TUM)Albert Scharger

Die TUM hat sich mit anderen Technischen Unis zusammen geschlossen

Mit ihrem Zukunftskonzept will die Technische Universität vielversprechende Studierende, Doktoranden und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland an die Isar locken. Schon heute sind an der TU München mehr als 30.000 Studenten eingeschrieben, etwa jeder sechste kommt aus dem Ausland. Sie studieren an den drei großen Standorten der TUM: auf dem Campus in der Innenstadt von München und, etwas außerhalb der bayerischen Hauptstadt, in Garching und Weihenstephan.

Gegründet wurde die TU München von König Ludwig II. von Bayern im Jahr 1868. Damals hieß sie noch "Polytechnische Schule". Bis heute ist sie die einzige Technische Universität in Bayern und eine der größten Technischen Hochschulen in Deutschland. Zusammen mit acht anderen Unis gehört sie zum Verbund der "TU 9", dem Dachverband der neun größten Technischen Universitäten Deutschlands, die die besonderen Interessen technisch-naturwissenschaftlicher Universitäten vertreten.

Fächerschwerpunkt liegt im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich

Der Schwerpunkt der Fächer, die an der TU München heute angeboten werden, liegt nach wie vor im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Doch das gesamte Fächerspektrum, aus dem die Studierenden wählen können, ist breiter und umfasst sowohl die Natur- und Ingenieurwissenschaften als auch die Lebenswissenschaften, die Medizin sowie die Wirtschafts- und Bildungswissenschaften.

Erste Ausgründung einer deutschen Uni im Ausland

Studierende an der Skulptur von Fritz Koenig im Innenhof Campus TUM Fotostelle Fotograf: Scharger, Albert

In der Sonne lässt es sich gut von einer großen Karriere träumen

Neben den drei bayerischen Standorten in und um München hat die TU ihre Fühler in den vergangenen zehn Jahren verstärkt auch ins Ausland ausgestreckt. Bestes Beispiel: ein Joint-Venture mit der National University of Singapore, das die TU München im Jahr 2002 initiierte. Die Gründung des "German Institute of Science and Technology" (GIST) war die erste Dependance einer deutschen Universität im Ausland.

Um in Zukunft im Wettbewerb der deutschen Hochschulen um qualifizierte Studierende und Mitarbeiter zu punkten, hat die TU München sich - im Rahmen ihres Zukunftskonzepts - einiges vorgenommen: Die Uni hat zum Beispiel das Netzwerk "Munich Welcome!" gegründet, um die Familien ihrer neuen Professorinnen und Professoren zu unterstützen. Auf diese Weise will man die Karriereperspektive speziell von Professorinnen verbessern. Außerdem hat die Uni, wie viele andere Hochschulen auch, das Thema "Diversity" für sich entdeckt und bemüht sich darum, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion oder Behinderung das wissenschaftliche Talent von Studierenden und Wissenschaftlern zu fördern. Natürlich will man diese Talente in München auch dauerhaft halten, indem man ihnen durch das Tenure-Track-Modell verlässlichere Karriereperspektiven schafft.

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