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Ostmitteleuropa

"Nachvollziehbare Maßnahme"

- Tschechiens Vizepremier Spidla rechtfertigt erneut Vertreibung der Sudetendeutschen

Prag, 5.6.2002, RADIO PRAG, deutsch

Der stellvertretende tschechische Ministerpräsident Vladimir Spidla (CSSD) hat die Vertreibung der Sudetendeutschen erneut als nachvollziehbare Nachkriegs-Maßnahme der Siegermächte bezeichnet. "Die Abschiebung war eine kaltblütige politische Lösung, zu der diese Leute greifen mussten, und meiner Ansicht nach haben sie dies zurecht getan", sagte der Sozialdemokrat der Prager Tageszeitung "Hospodarske noviny" am Mittwoch (5.6.).

Unterdessen äußerte Präsident Vaclav Havel in einem Gespräch mit dem britischen Sender BBC Kritik an der Prager Parlamentsresolution von Ende April, die die umstrittenen Dekrete verteidigt hatte. Der Beschluss habe nur den Gegnern der tschechoslowakischen Nachkriegspolitik neue Munition gegeben, so Havel.

Allerdings sprach sich die Mehrheit der Tschechen in einer Umfrage, die die Agentur SC&C am Mittwoch in Prag veröffentlichte, gegen eine Streichung der Dekrete aus. Etwa fünf der 143 Dekrete waren die Grundlage für die Vertreibung der Sudetendeutschen. (ykk)

  • Datum 06.06.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2OSD
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