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Aktuell Asien

Nacht der Gewalt in Hongkong

Die zwischenzeitliche Verhaftung zweier Anführer konnte die Proteste in Hongkong nicht stoppen. Am Wochenende ist es erneut zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen und die Lage spitzt sich weiter zu.

Kaum sind die beiden Wortführer Joshua Wong und Lester Shum wieder auf freiem Fuß, nehmen die Protest der Demokratiebewegung in Hongkong wieder Fahrt auf. Der 18-jährige Wong darf zwar aufgrund von richterlichen Auflagen die Protestzone im Arbeiterstadtteil Mong Kok nicht betreten, doch das hält die Demonstranten, die sich dort seit Wochen aufhalten, nicht davon ab, ihren Protest fortzusetzen.

Polizeisperre in Hongkong (Foto: Getty)

Polizisten verteidigen das Regierungsgebäude

Am Wochenende kam es jetzt in zwei verschiedenen Protestcamps erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Am Sonntag setzten die Beamten Pfefferspray ein, um aufgebrachte Studenten daran zu hindern, das Regierungsgebäude im Distrikt Admiralty zu umstellen. Eine Erstürmung des Amtsitzes von Hongkongs Verwaltungschef Leung Chun-Ying konnte zwar vorerst verhindert werden, allerdings gelang es den Demonstranten mit der Lung Wo Road eine wichtige Verkehrsader in Hongkong zu besetzen.

Nur wenige Stunden später unternahmen mehrere tausend Demonstranten einen erneuten Versuch, den Regierungssitz zu umstellen. Der Aufforderung der Polizei, sich zurückzuziehen, wurde eine klare Absage erteilt. "Ich fordere euch alle auf, bis zum Morgen hier zu bleiben. Lasst uns die Arbeit der Regierung am Montag behindern", rief ein Demonstrant ins Megaphon und machte damit die Position der Aufständischen klar.

Einreiseverbot für britische Abgeordnete

Die Demokratieaktivisten, die seit Ende September an mehreren Stellen Hauptverkehrsadern der halbautonomen chinesischen Sonderverwaltungszone blockierten, verlangen unter anderem die freie Wahl der nächsten Hongkonger Regierung. Peking plant unterdessen, die Kandidaten für die Abstimmung im Jahr 2017 vorab auszuwählen. Bei den wochenlangen Protesten kam es wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Dass die Regierung in Peking die aktuelle Situation in Hongkong mit großer Sorge beobachtet, zeigt sich auch an der Zurückweisung von elf britischen Abgeordneten, die jetzt bekannt wurde. Die parteiübergreifende Parlamentariergruppe wollte vor Jahresende in die ehemalige britische Kolonie reisen, um dort die diplomatischen Beziehungen mit Hongkong zu erörtern. Doch von der chinesischen Botschaft in London hieß es nun, dass den Abgeordneten die Einreise verweigert wird.

Richard Ottaway, der der Gruppe vorsitzt, will den Vorfall am Montag in einer aktuellen Stunde im Parlament thematisieren. Gleichzeitig kritisierte er den "offensichlichen Konfrontationskurs", auf den die chinesische Regierung gegenüber Großbritannien gehe.

djo/sc (afp, ap, rtr)