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Filme

Nachkriegsfilmstar Ruth Leuwerik ist tot

Sie war einer der großen Namen des deutschen Nachkriegskinos und Star in Filmen wie "Königin Luise" oder "Die Trapp-Familie". Jetzt ist die Schauspielerin Ruth Leuwerik im Alter von 91 Jahren in München gestorben.

Für das Kinopublikum der Nachkriegsjahre und der Wirtschaftswunderzeit stand Ruth Leuwerik auf einer Stufe mit Romy Schneider und Maria Schell. Sie verkörperte starke Frauenrollen voller Herzenswärme und wurde zum Vorbild einer ganzen Generation. Am Dienstag (12.01.2016) starb sie in ihrer Wahlheimatstadt München.

Ruth Leuwerik wurde 1924 in Essen geboren und begann 1947 ihre Theaterkarriere. Fünf Jahre später gelang ihr in der romantischen Komödie "Vater braucht eine Frau" der Durchbruch beim Film. Mit ihrem Filmpartner Dieter Borsche avancierte sie zum Traumpaar des deutschen Kinos. Kaum eine Schauspielerin war damals so oft auf den Titelseiten der Zeitschriften zu sehen wie sie. Sie brillierte aber auch an der Seite anderer männlichen Stars der Ära wie Curd Jürgens. O.W. Fischer, Karlheinz Böhm, Heinz Rühmann oder Hardy Krüger.

Nicht nur als braves Weibchen im deutschen Heimatfilm, sondern auch als resolute und selbstbewusste Frau begeistere Leuwerik ihr Publikum. Immer wieder spielte sie die erfolgreiche Frau, stand als Bürgermeisterin, Unternehmerin, Ärztin, Fotoreporterin oder Lehrerin vor der Kamera – ziemlich ungewöhnlich für die damalige Zeit, als ihre Geschlechtsgenossinnen vor allem Hausfrauen waren. Eine Femme fatale dagegen wollte Ruth Leuwerick nie sein, bekannte sie. "Die Frauen bilden das Gros des Filmpublikums. Und diese Frauen können sich mit den Problemen, die ich auf der Leinwand habe, identifizieren", so die Darstellerin 1962 auf der Höhe ihres Erfolgs.

Die Schauspieler Ruth Leuwerik und Hardy Krüger stehen sich in einer Filmszene gegenüber

Ruth Leuwerik mit Filmpartner Hardy Krüger in der Komödie "Muss man sich gleich scheiden lassen?" (1953)


Leuwerik drehte mit den großen Namen der Nachkriegszeit, Regisseuren wie Helmut Käutner, Herbert Reinecker oder Wolfgang Liebeneier. Im Laufe ihrer Karriere spielte sie am Theater und im Kino Komödien, Melodramen und Literaturverfilmungen. Sie gab das Gretchen in Goethes "Faust", die Effi Briest in Theodor Fontanes Drama "Rosen im Herbst" und spielte bei "Königliche Hoheit" nach einem Roman von Thomas Mann mit. Einen Riesenerfolg feierte sie 1956 als Nonne Maria in den Heimatfilm "Die Trapp-Familie", in dem sie sich als Nonne Maria um die Kinder eines verwitweten Barons kümmert und ihn später heiratet.

Ende der 1960er Jahre sah man Ruth Leuwerik immer seltener auf der Leinwand, der neue deutsche Film konnte wenig mit dem Star der Nachkriegsära anfangen. Sie trat in der Krimireihe "Derrick" auf und 1979 als Konsulin in der Serie "Die Buddenbrooks", ansonsten wurde es ruhig um die Schauspielerin. Zuletzt lebte Ruth Leuwerik mit ihrem dritten Mann, einem Arzt, zurückgezogen in München. An ihrem 90. Geburtstag im April 2014 hatte sie gegenüber Besuchern kommentiert: "In dem hohen Alter ist es ein Wunder, dass ich noch da bin."

suc/djo (dpa/film-lexikon)

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