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Kultur

Nachhilfe für Blogger

Weblogs werden immer beliebter. Im Literaturhaus Köln können Jugendliche journalistisches und literarisches Schreiben fürs Internet lernen. In den Texten geht es um Schule, Alltag, Liebe und Jugendgewalt.

Besucher eines Weblogs (Quelle: dpa)

Bürger-Journalismus wird durch Weblogs immer beliebter

Literaturhaus im Mediapark Köln (Quelle: KPA)

Das Literaturhaus Köln schult Jugendliche im journalistischen und literarischen Schreiben

Früher - das heißt für sie die 1990er Jahre, als das Internet noch kaum einem Schüler zur Verfügung stand. Wer als Jugendlicher eigene Texte veröffentlichen wollte, ging zu einer Schülerzeitung und wartete gespannt auf die erste Ausgabe. Das ist für viele nicht mehr zeitgemäß. "Mit der Schülerzeitung gab es immer das Problem, sie nur an unserer Schule und nur in einer bestimmten Pause verkaufen zu können", erzählt Richard. Heute schreibt man selbstverständlich im Netz.

Auch die Teilnehmer des Kölner Literatur-Projektes "Mein Block" halten es so. Seit August 2007 können Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren im Literaturhaus journalistisches und literarisches Schreiben lernen. Insgesamt 60 Jugendliche haben in Workshops und monatlichen Redaktionstreffen Gedichte, Reportagen und Prosastücke geschrieben. Thematisiert werden die Themen Schule und Alltag ebenso wie Krieg, Jugendgewalt und Menschenrechte. Unterrichtet werden die jungen Menschen von Journalisten und Autoren, die Teilnahme ist kostenfrei. Online-Texte seien wesentlich einfacher herzustellen, da der Druckprozess wegfalle, betont Schüler Wassily. "Eingestellte Artikel sind sofort abrufbar und können von ganz vielen Leuten gelesen werden, ohne dafür bezahlen zu müssen."

Ines Dettmann vom Literaturhaus Köln (Quelle: Junges Literaturhaus Köln)

Ines Dettmann leitet das Projekt "Mein Block"

Der 15-Jährige weiß, wovon er spricht. Vor drei Jahren gründete er seine eigene Stadtteil-Zeitung, deren Auflage er von anfänglich zwei Exemplaren auf rund 50 steigerte. Einen Internet-Auftritt gibt es natürlich auch. Nun ist er zusätzlich bei "Mein Block" aktiv, nicht zu vergessen natürlich auch die Schule. Da kann es zeitlich schnell eng werden. Aber auch das fängt das Online-Format auf: "Sollte eine Mathearbeit dazwischen kommen, dann ist das nicht so tragisch", erklärt Projekt-Leiterin Ines Dettmann. "Wir müssen ja nicht in den Andruck gehen." Aktuell könne es aber trotzdem sein. "Jugendliche nehmen direkt Stellung über eine Kommentarfunktion im Magazin." Das sei viel lebendiger als es eine Print-Ausgabe erlaube.

Auch Online-Auftritte kosten

Also alles besser dank Internet? Natürlich ist auch ein Online-Magazin nicht ganz umsonst. "Mein Block" lässt sich gleich von mehreren Förderern aus Kultur und Wirtschaft unter die Arme greifen. Allein könnte das Kölner Literaturhaus die Kosten für Workshops und Online-Auftritt nicht stemmen. Auf der anderen Seite müsse auch das Internet-Magazin programmiert werden, denn für Jugendliche sei eine gute Optik enorm wichtig.

Bei "Blockerin" Kerstin stimmt der visuelle Eindruck. Die Sechzehnjährige verbringt jeden Tag mehrere Stunden im Internet. Besonders so genannte Social-Communities, also Online-Portale, bei denen sich der Nutzer ein eigenes Profil anlegt, haben es ihr angetan. In mindestens sechs verschiedenen Foren tauscht sie sich mit Gleichaltrigen über ihr Hobby, das Schreiben, aus. Auch hat ein Online-Magazin wie "Mein Block" eine größere Reichweite als ein gedrucktes Magazin. Oder zumindest das Potenzial dazu.

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