1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Nachhaltiges Reisen: Mit gutem Gewissen an den Strand

Ferne und Exotik locken Reisende mehr denn je. Doch das Geld, das sie im Urlaubsland lassen, kommt den Armen vor Ort nicht zugute. Initiativen fordern faire und sozialverträgliche Reiseangebote.

Palmen und Sonnenschrime am weißen Sandstrand von Mauritius

Trügerisches Paradies: Bewohner von Urlaubsinseln wie Mauritius profitieren selten vom Tourismus

Große Arten- und Pflanzenvielfalt, preisgünstige Ferienangebote, freundliche Menschen und schönes Wetter sowieso: Kein Wunder, dass es immer mehr Menschen in den Urlaub in der Zweiten und Dritten Welt zieht. Weltweit machen die von der Welttourismusorganisation UNWTO registrierten Ankünfte in Entwicklungsländern heute 36 Prozent des Gesamturlaubsvolumens aus.

Davon profitieren natürlich vor allem die Entwicklungsländer selbst: Für etwa ein Drittel von ihnen stellt der Tourismus bereits eine der wichtigsten Devisenquellen dar. Außerdem schafft er Arbeitsplätze. Doch zur Armutsbekämpfung sei der Tourismus nur bedingt geeignet, findet Heinz Fuchs von der Bonner Initiative "eed TourismWatch" des Evangelischen Entwicklungsdienstes. Viele Reisen in Entwicklungsländer seien auch deshalb so attraktiv, weil sie sehr preisgünstig angeboten, manchmal gar verramscht würden.

Diese billigen Angebote sind oft nur möglich, weil in den scheinbar so paradiesischen Urlaubsgefilden in Wahrheit Bedienstete von Hotels und Restaurants zu miserablen Arbeitsbedingungen schuften. Die lokale Bevölkerung profitiert kaum oder gar nicht von dem Reiseboom; denn insbesondere bei all-inclusive-Konzepten bleibt das Urlaubergeld in den Taschen weniger Großkonzerne.

eed Tourism Watch und viele andere Initiativen weltweit fordern daher, die Prinzipien des so genannten Fairen Handels, wie es sie bereits für Lebensmittelprodukte gibt, auch auf die Reisebranche zu übertragen. Zu diesen Prinzipien zählen angemessene Bezahlung, soziale Mindeststandards, Gewerkschaftsfreiheit, menschenwürdige Arbeitsbedingungen oder auch der Ausschluss von Kinderarbeit. Bei fairen Reisen kommt noch der Kampf gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern am Ferienort hinzu.

Ein international gültiges Siegel, das faire und sozialverträgliche Reisen kennzeichnen würde, gibt es bislang jedoch noch nicht. Lediglich in Südafrika existiert seit zwei Jahren das FTTSA-Siegel (Fair Trade Tourism in South Africa) für Hotels, Pensionen, Touren und Attraktionen.

GLOSSAR:

nachhaltig – mit starker und anhaltender Wirkung

etwas kommt jemandem zugute – etwas nützt jemandem

sozialverträglich – sozial gerecht

preisgünstig – nicht teuer

kein Wunder, dass – es ist nicht überraschend, dass

es zieht jemanden irgendwohin – jemand möchte gerne an einen bestimmten Ort

registrieren – zählen; erfassen

von etwas profitieren – von etwas einen Vorteil haben

darstellen – sein

Devisenquelle, die – eine Möglichkeit, ausländische Währungen einzunehmen

bedingt – nicht völlig; nur zum Teil

geeignet - passend

verramschen – sehr billig oder unter Preis verkaufen

paradiesisch – wie im Paradies; sehr schön und angenehm Urlaubsgefilde, das (meist im Plural) – die Urlaubsgegend; die Urlaubsregion

Bedienstete, der – der Angestellte

miserabel – sehr schlecht

schuften – hart arbeiten

angemessen – passend; den Gegebenheiten entsprechend

Ausschluss, der – das Verhindern; das Verbieten

Ausbeutung, die – die Ausnutzung

Siegel, das – die Kennzeichnung

lediglich – nur

Fragen zum Text

Was ist für ein Drittel der Entwicklungsländer eine wichtige Devisenquelle?

1. Erdöl

2. Tourismus

3. Rüstungsexporte

In welchem Land existiert bereits ein Siegel für faire und sozialverträgliche Reisen?

1. Elfenbeinküste

2. Südafrika

3. Kuba

Für welchen Bereich sind bereits weltweit Prinzipien für fairen Handel definiert?

1. für den Handel mit Devisen

2. für den Handel mit Lebensmittelprodukten

3. für den Handel mit Diamanten

Arbeitsauftrag

Sie sind Mitarbeiter der Initiative eed Tourism Watch. In Projektteams von drei bis vier Personen erarbeiten Sie ein international gültiges Siegel für faires und sozialverträgliches Reisen! Erstellen Sie zunächst einen detaillierten Kriterienkatalog für faire Reisen. Präsentieren Sie anschließend das Siegel und seine Anforderungen auf einer Pressekonferenz.


Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema