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Kultur

Nachhaltiger Tourismus in Afrika

Nicht immer bringt Tourismus Segen, Beispiel: der afrikanische Staat Gambia. Eine mehrjährige Phase des Massentourismus brachte das kleine Land an den Rand des wirtschaftlichen Kollaps.

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Der Strom, der dem Land den Namen gab: Gambia

Auf dem Höhepunkt des Besucherstroms reisten Ende der 1990er Jahre annähernd 100.000 Touristen pro Jahr in das kleine westafrikanische Land. Doch war Gambia für einen solchen Ansturm weder gerüstet, noch besaß es die Infrastruktur und die notwendigen Ressourcen. Der Ruf als beschauliches Reiseland war schnell verspielt, denn der Massentourismus hatte die knappen Ressourcen des Landes verbraucht und zugleich Jugendliche aus allen Landesteilen angelockt. Diese Jugendlichen ohne jegliche Kenntnis des Tourismusgeschäftes stellten als sogenannte "Bumster" den Touristen nach, um ihnen für Dienstleistungen aller Art etwas Geld zu entlocken.

Sonne, See und Sand

Es verging nur kurze Zeit bis die Besucher ausblieben. Bereits lange vor dem 11. September 2001 lag der Tourismus weitgehend am Boden. Erst dann wachte die Regierung auf und griff die Idee des "Nachhaltigen Tourismus" auf. Das kleine Land mit seinen Kilometer weiten und weitgehend unberührten Sandstränden am Atlantischen Ozean und den Vogelparadiesen am Gambia-Strom, der Lebensader Gambias, besitzt Potential für diese Form des Tourismus. Mamadu Wally vom Department of Parks and Wildlife weist darauf hin, dass in der Vergangenheit Besucher in erster Linie wegen der drei S, Sonne, See und Sand, hierher an die Küste kamen. Jetzt aber sei alles anders: "Die weltweite Konkurrenz zwingt uns, Alternativen zu entwickeln."

Ein gangbarer Weg ist "nachhaltiger Tourismus", von dem auch die lokale Bevölkerung profitiert. Die neue Politik versucht eine tragfähige Plattform zu schaffen, die Umweltschutz, wirtschaftliche und soziale Entwicklung und Tourismus zum Nutzen aller Beteiligten vereint. Es gilt, die natürlichen Ressourcen zu nutzen, um die weit verbreitete Armut zumindest ansatzweise abzubauen. Gambia besitzt eine großartige Tierwelt, wobei besonders die prachtvolle und vielfältige Vogelwelt herausragt. Viele Besucher kommen gerade wegen dieser Vögel nach Gambia.

Mangrovenwald und Vogelparadies

Die Steinkreise von Wassau, Gambia

An den glücksbringenden Steinkreisen von Wassau

Die meisten Touristen bewegen sich kaum außerhalb der direkten Umgebung der großen Hotelanlagen an der Kololi Beach und Bakau, nicht weit entfernt von der Hauptstadt Banjul. Aber die wenigen, die etwas mehr über Land und Leute wissen wollen, können mit geringem Aufwand zumindest einen Eindruck über das Alltagsleben und die Schönheit des Landes gewinnen. Lamin Lodge, nur eine Autostunde entfernt, bietet einen guten Einstieg. Das rustikale und offen gebaute doppelstöckige Holzhaus direkt am Gambia Fluss gelegen, gibt einen herrlichen Blick über den Mangrovenwald und die zahllosen kleinen Seitenarme des gewaltigen Stromes frei.

Nur wenige Besucher des Landes reisen ins Inland, um sich ein Bild über die Lebensverhältnisse dort zu machen. Der Verband der kleinen gambischen Reiseveranstalter, Association of Small Scale Enterprises in Tourism (ASSET), versucht seit einigen Jahren, die Marktnische "Nachhaltigen Tourismus" zu besetzen und auszubauen. Man kann parallel zum Gambia-Fluss auf einer schlecht befahrenen Straße in einem Tag in den Osten des Landes gelangen. Aber man kann auch langsamer, dafür weitaus schöner, mit einer großen Piroge von Tendaba aus, drei Autostunden von Banjul entfernt, flussaufwärts Richtung Janjang Bureh fahren. Dieser ehemalige Handelsposten ist besser bekannt als Georgetown. Und in zwei Tagen erreicht man sein Ziel.

"Nachhaltiger Tourismus" ist in Gambia auf dem Vormarsch. Denn es ist der einzig gangbare Weg, für die Bevölkerung Einkommensquellen zu schaffen und gleich die Umwelt zu schützen und sorgsam mit ihr umzugehen.

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