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Sprachbar

Nachhaltig

Oft gebraucht, aber nicht immer verstanden: Nachhaltig. Das Adjektiv steht für etwas Dauerhaftes, für etwas, was bewahrt werden muss. In Zeiten der Globalisierung eine schwierige Aufgabe.

So langsam hat es sich in den Sprachgebrauch – nachhaltig – eingeschlichen. Wenn dieses Wort gar die Patina der Goethe-Zeit trägt, macht man sich durchaus Gedanken, wie und warum es gerade im heutigen Sprachgebrauch wieder auftaucht.

Definition

Zum ersten Mal ist das Wort nämlich 1809 in Joachim Heinrich Campes "Wörterbuch der deutschen Sprache" als Adjektiv verzeichnet. Abgeleitet ist es vom Verb "nachhalten". Auch als Substantiv "Nachhalt" ist es uns vertraut.

Als "Nachhalt" gilt etwas, was zurückgehalten wird, um es im Notfall zu gebrauchen. "Nachhalten" heißt, dafür zu sorgen, dass im Bedarfsfall das vorhanden ist, was man zum Leben benötigt, oder auch überprüfen, ob man etwas Verliehenes wieder zurückbekommt. Beide Wörter sind heute nicht mehr üblich, ja aus der Sprache verschwunden. Geblieben ist nur "nachhaltig".

Bedeutung

Das Wort hat die Bedeutung von "anhaltend", "lange nachwirkend" und "dauernd" im Sinne von "weiterwirkend".

Ein Buch, das einen nachhaltigen Eindruck bei Leserin und Leser hinterlässt, wirkt über die Dauer des Lesens hinaus. Nachhaltige Freude hinterlässt ein Geschenk, das mit Liebe ausgesucht wurde und den Beschenkten immer wieder erfreut.

Bestandteile

Die Vorsilbe von nachhaltig – "nach" – gibt eine Richtung an. Die kann ganz wörtlich gemeint sein. Zum Beispiel: Nach Hause oder nach Hamburg. Die Richtung kann aber auch eine übertragene Bedeutung annehmen. Das Wort "nachdenken" wird fast ausschließlich im Sinne von "nachdenken über etwas" gebraucht. "Nachdenken" hat ein Ziel, eine Absicht.

Auch "halten" hat wörtliche und übertragene Bedeutungen: Etwas halten wird zum einen im Sinne von festhalten benutzt, zum anderen, im übertragenen Sinn, für etwas bewahren.

Schlagwort

Spätestens seit 1992 tauchen Nachhaltigkeiten und nachhaltig im deutschen Sprachgebrauch wieder auf und werden bald zu Schlagwörtern.

1992 fand in Rio de Janeiro der so genannte Umweltgipfel statt. In den Konferenzen tauchte immer wieder der englische Begriff "sustainable development" auf, was ganz wörtlich übersetzt "erhaltende Entwicklung" heißt. Im Deutschen wurde daraus jedoch "nachhaltige Entwicklung".

Nachhaltige Entwicklung

Worum geht es dabei? Es geht um das Zusammenwirken von Ökonomie und Ökologie, um Wirtschaft und Wachstum, um Entwicklungshilfe und Selbstbeschränkung, um sanften Tourismus, um die Bekämpfung der Armut.

Auf einen Nenner gebracht heißt das: Es geht um die Zukunft der Welt zum Wohle aller, die in ihr leben. Also: Nachhaltige Entwicklung, wo immer sie gefördert wird oder stattfindet, ist etwas Gutes oder erhebt zumindest den Anspruch, etwas Gutes zu sein.

Beispiele

So etwa in der Forstwirtschaft. Nachhaltigkeit bedeutet hier, dass der Holzertrag, also die notwendige Abholzung, im Einklang stehen muss mit dem Erhalt der Schutzfunktion des Waldes und dem seines Ökosystems. Trotz der Nutzung muss das Bestehende erhalten bleiben. Einfach gesagt, aber manchmal sehr schwer umzusetzen.

Weitere Beispiele sind der Tourismus und die Landwirtschaft. Wer kennt nicht die Schattenseiten des Massentourismus, die Betonburgen an den Stränden, die Zerstörung der Lebensräume von Pflanzen und Tieren etwa. "Nachhaltiger" Tourismus nun ist, dass sich Touristen zwar in Massen tummeln können, allerdings möglichst ohne schädliche Spuren zu hinterlassen.

Nachhaltig halten?

Das klingt gut. Es wird nur schwer sein, Nachhaltigkeit auf Dauer zu praktizieren. Denn der Wohlstand in den Industrieländern vor allem denen des Westens ist gerade aufgrund eines keineswegs nachhaltigen Wirtschaftens auf Kosten der Länder der so genannten Dritten Welt entstanden. Nachhaltige Entwicklung würde ganz einfach auch Verzicht zugunsten anderer bedeuten. Wäre die möglich, bekäme die Globalisierung eine nachhaltige Variante.

Fragen zum Text

Wenn man etwas nachhält, dann …

1. hält man etwas fest.

2. kontrolliert man etwas.

3. bewahrt man etwas.

Ich fahre … Hamburg.

1. in

2. zu

3. nach

Zur nachhaltigen Entwicklung gehört auch …

1. die Windkraft.

2. die Atomenergie.

3. Energie aus Öl, Gas und Kohle.

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen einen Bauernhof. Erstellen Sie einen Text, in dem sie beschreiben, wie Sie dort nachhaltige Entwicklung praktizieren würden.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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