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Deutsche rüsten auf

Nachfrage nach Kleinem Waffenschein steigt

Fast eine halbe Million Deutsche verfügten Ende 2016 über einen kleinen Waffenschein. Die Tendenz steigt. Die Zunahme von Schreckschusspistolen bereitet dem Innenministerium Sorge.

Die Nachfrage nach sogenannten kleinen Waffenscheinen ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Wie die Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland unter Berufung auf Angaben des Bundesinnenministeriums berichten, stieg die Zahl der Anträge für einen Kleinen Waffenschein um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Wir beobachten die auffällige Entwicklung sehr aufmerksam", zitierte die "Tageszeitung" (taz) dazu einen Ministeriumssprecher.

Bis Jahresende 2016 waren demnach bundesweit insgesamt 469.741 Kleine Waffenscheine registriert - 184.000 kleine Waffenscheine wurden davon neu beantragt. Ein Jahr zuvor waren es laut "taz" 285.911 gewesen.

Wer einen Kleinen Waffenschein besitzt, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verdeckt führen - und im Notfall damit schießen, sofern der Antragsteller als zuverlässig eingestuft wurde und volljährig ist. Für den bloßen Erwerb von Gas- oder Schreckschusswaffen braucht man keinen Schein.

Sinkendes Sicherheitsgefühl - steigende Nachfrage

Der Sprecher des Innenministeriums sagte dazu der "taz", man sehe den extremen Zuwachs "mit gewisser Sorge". Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, deutet diesen Anstieg als ein "Indiz für ein sinkendes Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung".

Auch in den vergangenen Jahren hatten dem Bericht zufolge die Anträge auf den Kleinen Waffenschein zugenommen, allerdings nur in einer Größenordnung von etwa fünf Prozent. Drastisch gestiegen waren die Anträge auf einen Kleinen Waffenschein nach der Silvesternacht 2015/16, als es am Kölner Hauptbahnhof zu massenweisen sexuellen Übergriffen kam. Allein im Februar 2016 wurden den Angaben zufolge 32.857 Scheine neu ausgegeben.

pab/fab (afp, dpa)

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