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Politik

Nachfolger für Thailands Ministerpräsidenten Thaksin ernannt

Nach monatelangen Massenprotesten hat der thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra seinen Rücktritt angekündigt. Sein Stellvertreter soll die Amtsgeschäfte übernehmen. Die Opposition ist kritisch.

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Thaksin Shinawatra

Thaksin Shinawatra hat die Amtsgeschäfte am Mittwoch (5.4.2006) an seinen Stellvertreter übergeben. Thaksin sagte einen Tag nach seinem Rücktritt, die Regierung werde bis auf weiteres von Chitchai Wannasathit geführt. Thaksin hatte sich am Dienstag dem Druck monatelanger Proteste gebeugt.

Die Opposition in Thailand reagierte zunächst verhalten auf Thaksins Rückzug. Falls er versuche, über Mittelsmänner die nächste Regierung zu beeinflussen, werde sich die Protestbewegung neu formieren, sagte einer seiner einflussreichsten Kritiker, der Medienunternehmer Sondhi Limthongkul.

Boykottierte Wahl

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am Wochenende hatte Thaksins Partei Thai Rak Thai ("Thais lieben Thais") nach vorläufigen Ergebnissen 57 Prozent der Stimmen erhalten. Allerdings wurde die Wahl von vielen Thailändern boykottiert.

In einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte Thaksin am Dienstag, er habe seine Entscheidung aus Respekt vor König Bhumibol Adulyadej getroffen, mit dem er sich wenige Stunden zuvor beraten hatte. Die thailändische Opposition hatte mit neuen Massenprotesten am Freitag gedroht, sollte Thaksin bis dahin nicht zurücktreten.

Wochenlange Demonstrationen

Thailand Wahlen Thaksin Shinawatra Demonstrant

Wütend verfolgen am Montag Demonstranten in Bangkok Thaksins Fernsehansprache

Mit seiner Ankündigung zog der zuletzt äußerst umstrittene Regierungschef die Konsequenz aus der politischen Krise in seinem Land. Wochenlang hatten zehntausende, manchmal mehr als 100.000 Menschen in Bangkok gegen den ungeliebten Premier demonstriert. Die Allianz für Demokratie (PAD) steht an der Spitze einer breiten gesellschaftlichen Protestbewegung. Es waren die Vertreter der Mittelschicht und der Intelligenz, die auf die Straße gingen. Schon lange hatten sie über den Ex-Polizisten die Nase gerümpft, der als Telekom-Unternehmer ein Milliardenvermögen angehäuft hatte. Korruption und Vetternwirtschaft werfen sie ihm vor, autoritären Stil und Missachtung demokratischer Kontrollen. (kap)

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