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Europa

Nachbarschaftliche Hilfe für das Kosovo

Als erste Nachbarländer Serbiens haben Kroatien, Ungarn und Bulgarien das Kosovo anerkannt. Damit sind es nun 33 Staaten, für die das Kosovo als frühere serbische Provinz nun als ein eigenständiger Staat existiert.

Kroatiens Premierminister Ivo Sanader, Quelle: AP

Kroatiens Premierminister Ivo Sanader gibt die Anerkennung Kosovos schwarz auf weiß

Die Entscheidung sei gründlich überlegt, betonten die drei Staaten Kroatien, Ungarn und Bulgarien am Mittwoch (19.3.2008) in einer gemeinsamen Erklärung. Sie begrüßten den Aufbau eines demokratischen Kosovo-Staates unter Aufsicht der Europäischen Union (EU) mit einem weitreichenden Schutz für die serbische Minderheit. Von Brüssel verlangten sie, Serbien eine europäische Perspektive zu bieten. Um Belgrad an die EU heranzuführen, wird die Lockerung der Visumspflicht für serbische Bürger vorgeschlagen.

Rückschlag für Serbien

Serbiens Außenminister Vuk Jeremic, Quelle: AP

Serbiens Außenminister Vuk Jeremic warnt vor den Folgen der Anerkennung (Archivbild)

Das serbische Außenministerium legte bei den Regierungen Protest ein und rief seine Botschafter zur Berichterstattung nach Belgrad zurück. Der serbische Außenminister Vuk Jeremic bekräftigte, dass kein Land, das das Kosovo anerkenne, "auf gute Beziehungen zu uns zählen" könne. Staaten, die sich für diesen Schritt entschieden, verletzten damit internationales Recht, sagte er während eines Besuchs in Athen. Belgrad wolle "mit allen Mittel - rechtlich, politisch und diplomatisch" gegen die Unabhängigkeit des Kosovo kämpfen.

Die Anerkennung des Kosovo durch die drei Nachbarländer ist ein Rückschlag für Serbien. Die Regierung in Belgrad hatte alle Staaten der Welt aufgerufen, die vor einem Monat gegründete Republik Kosovo nicht anzuerkennen. "Tun Sie es nicht. Dies ist ein Aufruf", hatte Außenminister Jeremic noch am Mittwochmorgen gesagt. Das abgespaltene Land sei weiterhin Teil des serbischen Staates, so sein Appell.

Breite Anerkennung weltweit

Erst in dieser Woche hatten Japan und Kanada diplomatische Beziehungen zum Kosovo aufgenommen. Von den 27 EU-Ländern haben 18 das Kosovo anerkannt, darunter die meisten großen Mitglieder wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Die USA hatten als erste diesen Schritt vollzogen, dem auch Länder wie die Türkei, Australien und die Schweiz gefolgt waren. Dagegen widersetzt sich Russland als traditioneller Bündnispartner Serbiens ebenso wie China der Anerkennung. (kas)

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